Herr, noch eins, so sprach der alte, gar lebend'ge »Fürst der Schleicher«:
Hast du vollen Sieg errungen, dann bewahre deine Speicher.
Furchtbar bleiben die Germanen immer, denn sie zeugen Söhne, zeugen Töchter, künft'ge Mütter, frische, starke, weiße, schöne.
In dem Blut, dem jungen, reinen,
liegt die stille Kraft gebettet,
die der Sturm-gebroch'nen Eiche zähe, starke Wurzeln rettet.
Kannst du nicht das Blut verderben,
bist du nie der wahre Sieger, jedes Mädchen wächst zur Mutter,
jeder Knabe wird ein Krieger.
Treibe sie in ferne Lande, misch' ihr Blut mit nied'rem Blute,
dann verinnen ihre Quellen,
und das Blut kommt uns zugute.
Langsam schwinden ihre Kräfte, langsam faulen ihre Sitten;
kannst du nicht das Blut verderben, hast du, Herr,
umsonst gestritten!
Fremdes Blut verdirbt die Reinen, wirkt wie Gift in ihren Leibern; kreuze sie mit fremden Männern, kreuze sie mit fremden Weibern!"
Er hat recht", so sprach der Hag're, Herr bedenke seine Gründe! In dem Blute triff die Stolzen! In dem Blute lebt die Sünde!"
Und noch eines, Herr, bedenke: Mußt verdeckte Fallen bauen, denn sie werden uns, den »Fremden«, niemals wieder völlig trauen.
Schlichte Einfalt läßt sie leichter glauben, was Germanen sagen, und sie lernen dann für immer klug verhüllte Fesseln tragen.
Uns're Lehren mußt du listig mit dem Bärenpelz verbrämen, mußt Germanen durch Germanen erst besiegen, dann bezähmen.
Setze »Herren« statt der »Führer«, denen sie gehorchen müssen, und sie werden dir, dem Herren, später deine Sohlen küssen."