Oft komm ich heim zu dir, mein Land,
Wo meine Wiege stand,
Wo meine Jugendträume blühten,
Wo meine Seele fand.
Die Wälder, Flüsse, Berge hier,
Sie sind mein ewiges Erbe,
In ihnen ruht mein Herz und Sinn,
In ihnen find ichs wahrhaft Liebe.
Jahr: 1911
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Oft komm ich heim zu dir, mein Land,
Wo meine Wiege stand,
Wo meine Jugendträume blühten,
Wo meine Seele fand.
Die Wälder, Flüsse, Berge hier,
Sie sind mein ewiges Erbe,
In ihnen ruht mein Herz und Sinn,
In ihnen find ichs wahrhaft Liebe.
Es ist die Absicht der Natur, daß die Menschheit in mannigfaltigen Volksgeschlechtern blühe und jedes Volk in seiner Eigentümlichkeit und originellen Verschiedenheit sich zu allem dem entwickele und ausbilde, was es nach seinen ihm besonderen Anlagen und Kräften werden kann und darum auch werden soll. Nicht in einförmigen Einerlei, sondern in unergründlicher Mannigfaltigkeit, im unendlichen Reichtum der Formen und Gestalten, in der endlosen Verschiedenheit der Bildungen offenbart sich der große Weltgeist, wie in der leblosen, so in der lebenden Natur!
Oft in einsamer Nacht, wenn ringsum es still,
Da träumt es mich wieder von ferner Zeit,
Von einem Land, das ich einst gekannt,
Wo die Wiesen blühten und die Winde weht.
Es war ein Land voll Frieden und Glück,
Wo die Menschen lebten in Harmonie,
Wo die Flüsse flossen und die Vögel sangen,
Und die Sonne schien in ihrer Pracht.
Doch das Land ist fern, und die Zeit vergangen,
Und ich wandre weiter, ein Fremder hier,
Doch in meinem Herzen bleibt es bewahrt,
Das Land, das ich Heimat nenne, für immerdar.
Es genügt, den Stamm gesund zu halten, dann braucht uns um unsere Zukunft nicht bange zu sein!
Ein Erbe ist uns überkommen,
Die Muttersprache, rein und schlicht,
In der das Kind die ersten frommen
Gebete auf zum Himmel spricht.
Die Sprache, die in heißen, trauten
Gesängen warm zu Herzen tönt
Und die in echten Zorneslauten
Im heilgen Kampf wie Donner dröhnt.
Die Sprache, die aus tiefem Bronnen
Des deutschen Geistes rauscht und klingt,
Die uns der Dichtung Blütenwonnen,
Des Wissens goldne Schätze bringt;
Die stark und siegreich überwindet
Der Zeiten wechselvolles Los,
Die späten Enkeln noch verkündet,
Was unvergänglich, wahr und groß.
Dem Hort des Lichts, dem ewig jungen,
Entstammt der Sprache hehres Gut.
Dies Erbtum wird uns nie entrungen,
Es lebt und wirkt in Zeit und Blut.
Die Sprache schlingt um ferne Zonen,
Wo Brüder sind, ein heimlich Band.
Sie führt die Herzen von Millionen
Unsichtbar heim ins Mutterland!
Du deutsches Volk der Herrlichkeit, Der Männer fest wie Eichen, Du Volk der Treu, der Männlichkeit, Du sollst nicht Fremden weichen. Sei stolz und kühn, zur Tat bereit, Sei fest im Überwinden. Es naht ja bald die große Zeit, Da wir uns wiederfinden. Du schönes deutsches Vaterland, Du Land der schlichten Frauen, Wo unsrer Kindheit Wiege stand In waldumrauschten Gauen Sei deutsch und bleibe deutsch allzeit Mit deinen schönen Gründen – Es naht ja bald die große Zeit, Da wir uns wiederfinden. Du deutsches Lied mit vollem Klang, Du schönstes Lied der Lieder, Ertöne an dem grünen Hang Und schalle weithin wider. Du sollst von deutscher Herrlichkeit, Von deutschen Taten künden – Es naht ja bald die große Zeit, Da wir uns wiederfinden!
Auf Jugend ! laßt uns die Kette schmieden
So stark und groß, daß alle sie umschließt,
Die deutscher Zunge sind! -
Facht an den Funken, der schon fast erlöschen wollte ;
Laßt lodern hell der Flamme heil`gen Brand,
Die fremde Schmach nun endlich brechen sollte
Die Fessel, die erdrückt das Vaterland! -
Reicht euch brüderlich die Hände,
Seht auf Stand, auf Klasse und auf Kraft;
Das Ihr alle vereint im Guten schafft. -
Steht alle für jeden – und jeder für alle,
Ein Geist verbinde euch in Nord und Süd,
Auf daß in Deutschlands Gauen wieder schalle
Wie einst das alte -deutsche- freie Lied!
Oft bin ich ausgegangen
In den stillen Abend,
Und die Seele hat gesungen
Ihre alten Lieder.
Und die Winde, die da gingen,
Sangen auch ihr Wehen,
Und die Blätter, die da fielen,
Sangen auch ihr Sterben.
Und die Winde, die da gingen,
Sangen auch ihr Wehen,
Und die Blätter, die da fielen,
Sangen auch ihr Sterben.
Wir stehen am Rande der deutschen Welt.
Wir stehen, weil Gott uns hierher gestellt.
Eng gürten Grenzen den kärglichen Raum
doch wie in der Erde wurzelt der Baum
so gründet sich fest diese grau-alte Stadt
und harret der Stunde. Wenn einmal sie naht
dann, über Tore und Giebel und Wall
kündet der Glocken eherner Schall
Danzig blieb deutsch!
Schwarz steigt Sankt Mariens Turm in die Nacht.
Wir selber sind Turm. Und wir halten die Wacht.
Der scharfe Ost, der die Stirnen uns kühlt
Brandung des Meers, das die Küste umspült
sie schufen ein hartes, erprobtes Geschlecht.
Wir wandern durch Leid, und wir warten aufs Recht.
Wir schwören, westwärts den Blick gewandt
dir, unserm Vater- und Mutterland
Danzig bleibt deutsch!
Wir gehen durch Not, und wir wandern durch Leid.
Wir tragen das Opfer der weglosen Zeit.
Wir leben im Dunkeln und zittern doch nicht
denn das Dunkel ist heute, und morgen ist Licht.
Schon hebt sich am Himmel ein rötlicher Schein
bald schreiten in strahlenden Glanz wir hinein.
Dann kehren wir heim. Jede Grenze, die sank
und brausende Chöre jauchzen voll Dank
Danzig ist deutsch!
Oft bin ich ausgegangen
In den stillen Abend,
Und die Seele hat gesungen
Ihre alten Lieder.
Und die Winde, die da gingen,
Sangen auch ihr Wehen,
Und die Blätter, die da fielen,
Sangen auch ihr Sterben.
Und ich ging im Abend,
Und die Seele sang,
Und ich fühlte, wie das Leben
In mir neu begann.
Nicht außen ist die Heimat. Nicht die Stelle
Ist Heimat schon, wo unsre Wiege stand!
Nein, wir erschaffen uns das Vaterland
Erst in der eignen Brust geheimster Zelle.
Erst das ist Heimat, was den Weg zur Schwelle
Des Herzens aus der Welt der Dinge fand,
Was unauflöslich sich mit uns verband,
Das Liebgewordne, das Erinnrungshelle…
Das läßt sich nicht wie Nam' und Wappen erben
Durch ein Geborenwerden; das gebiert
Sich selbst aus Leid und Lust, Glück und Verderben:
Ein Stück Natur, das ein Stück Seele wird –
Das ist die Heimat, die man nie verliert,
Und mag man in der fernsten Fremde sterben!
Süße Heimat! Häuschen am Wiesenhang, drin mir die Mutter sang Leise ihr Lied, Goldne Heimat! Schneeige Berge glühn. liebliche Täler blühn, ringsum herrscht Fried. Liebe Heimat! Wir gingen dort froh zu zwei'n, liebend durch Flur und Hain Himmlisch beglückt. Heilige Heimat! Sprache so hold und traut, hast mir die Welt erbaut, die mich entzückt. Was mir das Herz bewegt, hast du hineingelegt: Liebe und Glückestraum, Sehnsucht nach deinem Raum Ewige Bergheimat!
Land, verlassen und entrechtet, Land geknebelt und geknechtet
von des fremden Zwingvolks Heeren
immer sagtens deine Zähren, deine Hoffnung immerzu
Ein Stück Deutschland bist auch Du, ein Stück Deutschland bist auch Du!
Land, wo deutsch die Worte klingen, Land, wo deutsch die Lieder singen
Land, wo deutsche Wälder rauschen, Kinder deutschen Müttern lauschen
jeder sagt immerzu: Ein Stück Deutschland bist auch du!
Land, das deutsche Quellen laben, Land, das deutsche Pflüge graben
Land, wo deutsch der Ambos klingt, deutsche Faust den Hammer schwingt
hoffend handelnd immerzu wurdest ein Stück Deutschland du!
Das Land, wo unsere Wiege stand,
ruft im Traum uns zu,
kommt und zündet eine Kerze an,
zur Ehre eurer Ahnen.
Die Tränen, die gefallen sind,
waren Abschied von der Vergangenheit.
Der Sturm der Zeit hat uns vertrieben,
das Heimweh ist geblieben.
Verlassen ruhen nun die Ahnen,
in dem weiten Steppenland .
Die Natur muß sich erbarmen,
und Blumen auf die Gräber tragen.
Die Lerche singt schon viele Jahre,
am verlassenen Familiengrab.
Wir können dankbar sagen,
gut, daß es Euch gab!
Pflückt einen Kranz,
Und haltet Tanz
Auf grünen Auen,
Ihr schönen Frauen,
Wo junge Main
Uns Kühlung streun!
Jahr: 1776
Ich habe gewagt und gesungen,
Da die Welt noch stumm lag und bleich,
Ich habe den Bann bezwungen,
Der die schöne Braut hielt umschlungen,
Ich habe erobert das Reich.
Ich habe geforscht und ergründet
Und tat es euch treulich kund:
Was das Leben dunkel verkündet,
Die heilige Schrift, die entzündet
Der Herr in der Seelen Grund.
Wie rauschen nun Wälder und Quellen
Und singen vom ewigen Port:
Schon seh ich Morgenrot schwellen,
Und ihr dort, ihr jungen Gesellen,
Fahrt immer immerfort!
Und so, wenn es still geworden,
Schaut er vom Turm bei Nacht
Und segnet den Sängerorden,
Der an den blühenden Borden
Das schöne Reich bewacht.
Dort hat er nach Lust und Streiten
Das Banner aufgestellt,
Und die auf dem Strome der Zeiten
Am Felsen vorübergleiten,
Sie grüßen den alten Held!
Jahr: 1857
Deutsche Jugend, auf zum Streite
rüste Dich mit Herz und Hand
Beug dem Joch dich fremden Geistes
nicht im eignen Vaterland
Über unsrer Väter Erde
ist ein heißer Kampf entbrannt
deutsche Jugend auf zum Streite
rüste dich mit Herz und Hand
Deutsche Sitte, deutschen Glauben
deutsche Ehre, deutschen Mut
laßt mit treuem Sinn uns pflegen
als der Deutschen höchstes Gut
lasset diese heil´gen Güter
schirmen uns mit unserem Blut
Deutsche Sitte, deutschen Glauben
deutsche Ehre, deutschen Mut
Vaterland wir schwören Treue
dir zum Heil, bis in den Tod
Tod dem heimatlosen Geiste
der des Deutschen Heim bedroht
Neu erglüh in unsern Herzen
deutschen Ruhmes Morgenrot
Vaterland wir schwören Treue
dir zum Heil, bis in den Tod!
Und ließest du die Heimat auch
weltwärts gewendet das Gesicht,
kannst trennen dich von Baum und Strauch,
von deiner Heimat nicht.
Sie ist von dir so sehr ein Teil
wie Vater, Mutter, Weib und Kind,
die nicht von dir geschieden, weil
sie fortgegangen sind.
Vertriebest du aus deinem Tag
herzlos die Heimat Stück für Stück,
bei Nacht in deines Herzens Schlag,
kehrt sie als Traum zurück.
Sie ist in deinem letzten Hauch,
ist in dem Blick, der dir zerbricht.
Denn ließest du die Heimat auch,
die Heimat läßt dich nicht!
In deinem Lande sei einheimisch klug,
im Fremden bist du nicht gewandt genug!
Wir sind das Volk der Dichter,
Ein jeder dichten kann,
Man seh’ nur die Gesichter
Von unser einem an.
Der Schelling und der Hegel,
der Schiller und der Hauff,
das ist bei uns die Regel,
das fällt hier gar nicht auf!
Siehst Du, wie über Dir der Himmel sich wölbt, der Himmel, unter dem Du lebst, die Bahn der Sonne vom Morgen zum Abend und nachts der Gestirne Stand und Weg? Kennst du den Sturm, der von Norden her graue Wolken wälzt über die schauernde Erde, und kennst Du den sanften Hauch, der sommerabends leise in den Blättern spielt? Siehst Du die Eiche, wie sie kahl starrt im Winter, grünend zum Frühling und gilbend zum Herbst, allzeit verändert und allzeit vertraut, – siehst Du, wie die Meereswogen gleich schäumenden Rossen einherstürmen und brüllend am Steindamm sich bäumen, und siehst Du, wie das Flüßchen sanft durch eine grüne Au sich windet? Hörst Du die Sprache, darin du die ersten Worten lalltest, darin Du denkst und Deinen Glauben und Deine Liebe hegst, – hörst Du den Ton der knarrenden Türe in Vaters Haus, Dir seit der Kindheit vertraut, und hörst Du alljährlich den Schrei der ziehenden Wildgänse? Kennst Du das Gold des späten Abendsonnenglanzes, der das Sommerland, zaubrisch verwandelt, zu letztem Tagesblick erschließt, und kennst Du den tausendfachen Widerschein der Winterfrühsonne auf harschem Schneefeld? Weißt Du, wie nach Frühlingsregen die Scholle dampft vor heiliger Fruchtbarkeit, – weißt Du, wie der süße Sommerduft über dem blühenden Kornfeld steht, und weißt Du, wie die blauen Kornblumen leuchten im goldreifendem Felde? Kennst Du das alles, fühlst Du es? Es ist alles ein Stück von Dir, es ist in Dir Blume und Baum und Kornfeld, Strom und Meer und Sturm und Abendsonnenschein, es ist in Dir die frische Scholle und die grünende Wiese, das Schneefeld, der Schrei der Wildgänse und die jagenden Wolken im Herbststurm, das Lächeln der Mutter wie Sprache und Art Deines Volkes. – Du lebtest und wuchsest, und alles war in Dir, schon von den Vätern her, von deren Blute Du bist. Mensch, das alles ist Heimat – wahre die Heimat in Dir! Stark und gut bist Du, Heimatmensch, und trägst das Leben, – schwach und erbärmlich ist der Mensch ohne Heimat!
Was ist die Heimat? Ist’s die Scholle,
Drauf deines Vaters Haus gebaut?
Ist’s jener Ort, wo du die Sonne,
Das Licht der Welt, geschaut?
Die Heimat ist, wo man dich gerne
Erscheinen, ungern wandern sieht:
Sie ist’s, ob auch in weiter Ferne
Die Mutter sang dein Wiegenlied!
Heilig ist der Wald,
Des Volkes Freund!
Wer ihn zerstört
Des Lebens Feind!
Freiheit schenkt der Wald
Und Lebenslust!
Gesundung auch
Der Menschen Brust!
Frieden schenkt der Wald
Der Stadt, dem Land!
Waldeinsamkeit,
Die Zwietracht bannt!
Schützt den Wald
Und fordert vereint:
Hände davon,
Gleich wie gemeint!
Heilig ist der Wald,
Des Volkes Freund!
Wer ihn zerstört
Des Lebens Feind!
Erwachst du endlich aus dem Todesschlummer,
Heimath des Hermann, Marbod, Wittekind?
Wird endlich Grimm das Grämen, Zorn der Kummer?
Verräth die Zunge, wie die Brust gesinnt?
Ja, du erwachst! du sprengst die Kette,
Du raffst dich auf voll Scham und Schmerz;
Der Kinder Angstruf: Rette! Rette!
Zerreißt dein Ohr und schwellt dein Herz!
Mit wuchtigen Knien,
Von Krähen umschrien,
Im Dunst seiner Pferde,
Die Fäuste am Sterz, –
Samt Pflugschar und Rossen
Selbst bodenentquollen,
Stampft er jetzt die Schollen
Und zwingt in die Erde
Sein reißendes Herz.
Die Brache umbrechen,
Heißt Kräfte lossprechen,
Die Erde braucht Hände,
Zu lösen ihr Herz.
Mann, Pflugschar und Rosse,
Von Erde genommen,
Zur Erde gekommen,
Gestalt und Gelände
Im dampfenden März!
Und ist das Reich zerschlagen
und wiederum dahin,
so hilft kein eitles Klagen.
Das brachte nie Gewinn.
So hilft kein Rückwärtsschauen,
kein Streit um Schimpf und Schuld.
So gilt es aufzubauen
mit ewiger Geduld.
Da legst du ohne Trauer
die Krone still beiseit
und bist nur noch der Bauer
im schlichten Bauernkleid.
Und wanderst hinterm Pferde,
die Hand an Pfluges Schaft.
Wer heimkehrt zu der Erde,
dem gibt sie ihre Kraft.
Und wer sich treu und wacker
bemüht mit frommer Tat,
dem gibt der alte Acker
sein Brot und neue Saat.
Es wird nicht lange dauern
- wie oft geschah es schon -
da holen sie den Bauern
vom Pfluge auf den Thron!
Verhöhnt von feindlichen Gewalten,
Besiegt von wilder Übermacht,
Laßt uns das Zeichen heilig halten,
Das sonnengleich durchstrahlt die Nacht.
Es war in alten Vätertagen
Symbol des Werdens und des Lichts,
So laßt es uns in Ehren tragen
Zum Schrecken jedes dunklen Wichts.
Als Fehdezeichen soll erscheinen
Es gegen Mammonstrug und List,
Und stählen soll es und vereinen
Was deutschen Bluts und Sinnes ist!
Auch liegt mir Deutschland warm am Herzen:
Ich habe oft einen bittern Schmerz empfunden bei dem Gedanken an das deutsche Volk, das so achtbar im Einzelnen und so miserabel im Ganzen ist!
Die im Abgrund dennoch singen,
hingegeben an den Geist,
der im Kämpfen und Vollbringen
Glauben, nichts als Glauben heißt:
denen, Bruder, wird die Hände
unsres Gottes Güte weihen.
Bete um der Arbeit Spende,
bete für des Werks Gedeihen!
Bruder, soll der Angst Gebärde
alles sein, was uns verblieb?
Hab den Himmel, hab die Erde,
hab die alten Wälder lieb!
Säe, wo die Väter starben,
ernte, wo die Mütter ruhn,
und in jedes Bündel Garben
schließe ein dein gläubig Tun!
Gott hat unser Blut gebunden
an die Furche, die uns nährt,
wer in Arbeit Gott gefunden,
ist des Brotes Segen wert!
Diese Demut, Bruder, trage
tief in deine Seele ein
und du lernst mit einem Schlage
das Geheimnis, Volk zu sein!
Mächtig, wie einst seine tapferen Söhne,
fließen heute Deutschlands große Ströme
und bewahren alte Heldensagen,
aus Nordlands ruhmesvollen Tagen.
Keine Macht kann ihren Lauf bezwingen,
im steten Flusse sie um Freiheit ringen.
Auch uns wurde in die Hand gegeben,
frei, im Einklang mit Natur zu leben,
sich gleich einem Strome zu verbinden,
um zu alter Kraft zurückzufinden,
ehrenhaft zu streben nach Gerechtigkeit,
zum Lob und Ruhm der Ahnen alter Zeit.
Muttersprache, heiliger Herzenssang,
Keiner weiß, wie wunderhold dein Klang,
Als den heißer Sehnsucht Pein verzehrt,
Weil sie ihm verboten und verwehrt. —
Kein Gebet ist es und kein Gesang,
Das in fremder Sprache man erzwang.
Nicht Erlösung bringt der leere Schall,
Nicht erweckt er warmen Widerhall.
Denn die Seele weckt nur jener Laut,
Der dem Volke eigen und vertraut!
Heil eich, ihr deitschen Brüder !
Grüß Gott, viel tausend Mol !
Auf, auf singt deitsche Lieder,
deß rauscht ve Barg ze Tol.
Denn´s gilt ja onnrer Haamit
in alter deitscher Trei
Loßt´s weit in Land nei klinge,
deß mer Arzgebirger sei.
Deitsch on frei wolln mer sei,
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei.
Mog aah der Stormwind sausen
huch drubn of freier Höh,
liegn Barg on Wälder draußen
versteckt in tiefen Schnee,
in onnre Elternhütten
do wuhnt Gemütlichkeit,
on alte deitsche Sitten
sei derham bei onnre Leit.
Deitsch on frei wolln mer sei
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei.
Trebbt aah es Schicksal immer
in framder Walt ons naus,
vergassen wolln mer´sch nimmer
es liebe Elternhaus.
Wu mir als klaane Gonge
ganz uhne Sorg on Müh
in Wald sei nausgespronge,
dorten zieht´s ons wieder hi.
Deitsch on frei wolln mer sei
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei.
Wos sister onnre Alten
bewahrt ons haben mei Tog,
do wolln mer fest drauf halten
of onnrer Muttersproch
denn´s is ja doch es beste,
es allerhöchste Gut,
onnrer alten deitschen Haamit
gilt der letzte Troppen Blut.
Deitsch on frei wolln mer sei
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei.
Komm, laß dich grüßen,
Steig auf am Seil!
Die Welt zu Füßen,
Heil, Wimpel, Heil!
Nun flattert's droben
Im Morgenschein.
Laßt uns geloben,
Ihm treu zu sein!
Und sei's ein Lappen,
Sei's güldner Flor:
Es trägt unser Wappen,
Wir stehen davor!
Ich bin ein deutsches Mädchen
Mein Aug ist blau, und sanft mein Blick
Ich hab ein Herz
Das edel ist, und stolz, und gut
Ich bin ein deutsches Mädchen
Zorn blickt mein blaues Aug auf den
Es hasst mein Herz
Den, der sein Vaterland verkennt
Ich bin ein deutsches Mädchen
Erköhre mir kein ander Land
Zum Vaterland
Wär mir auch frei die grosse Wahl
Ich bin ein deutsches Mädchen
Mein hohes Auge blickt auch Spott
Blickt Spott auf den
Der Säumens macht bei dieser Wahl
Du bist kein deutscher Jüngling
Bist dieses lauen Säumens wert
Des Vaterland
Nicht wert, wenn du´s nicht liebst, wie ich
Du bist kein deutscher Jüngling
Mein ganzes Herz verachtet dich
Der´s Vaterland
Verkennt, dich Fremdling! und dich Tor
Ich bin ein deutsches Mädchen
Mein gutes, edles, stolzes Herz
Schlägt laut empor
Beim süssen Namen: Vaterland
So schlägt mirs einst beim Namen
Dess Jünglings nur, der stolz wie ich
Aufs Vaterland
Gut, edel ist, ein Deutscher ist!
Die Treue ist das höchste Gut der deutschen Seele und ihre Vollendung.
Es ist nicht jeder berufen, Großes zu schaffen für sein Vaterland.
Aber das ewige Schicksal mißt uns nicht nach dem Umfang unserer Taten, sondern nach der Gesinnung, aus der sie entstanden, und nach dem Willen, den wir aufwandten, um unsere Pflicht zu erfüllen.
Das heißt aber nichts anderes, als daß der Maßstab unseres Lebens in der Treue liegt, mit der wir an unserem Vaterland hängen, und es heißt ebenso, daß die Treue das Licht ist, das den einzelnen in die Gemeinschaft führt.
Die Treue ist die letzte und höchste Stufe, die unsere Seele auf ihrem Weg erreicht und wer sie erworben, der hat vor dem Schicksal bestanden!
Der Staat ist viel, das Volk ist mehr!
Der Staat ist die Organisationsform des Volkes.
Wo er die Kräfte des Volkes weckt, ist Unterstützung,
wo er sie zerstört, Widerstand Pflicht.
Ich glaube an das deutsche Volk.
Ich bin glücklich mit meinem Volk,
ich leide mit meinem Volk.
Ich bin stolz auf mein Volk,
ich bin zornig auf mein Volk.
Ich bewundere mein Volk,
ich schäme mich für mein Volk.
All dies zusammen macht die Liebe so tief und so schmerzvoll.
Kennt ihr das Land so wunderschön
in seiner Eichen grünem Kranz?
Das Land, wo auf den sanften Höh'n
die Traube reift im Sonnenglanz!
Das schöne Land ist uns bekannt,
es ist das deutsche Vaterland.
Kennt ihr das Land vom Truge frei,
wo noch das Wort des Mannes gilt?
das gute Land, wo Lieb' und Treu'
den Schmerz des Erdenlebens stillt?
Das gute Land ist uns bekannt,
es ist das deutsche Vaterland.
Kennt ihr das Land, wo Sittlichkeit
im Kreise froher Menschen wohnt?
das heil'ge Land, wo unentweiht
der Glaube an Vergeltung thront?
Das heil'ge Land ist uns bekannt,
es ist ja unser Vaterland.
Heil dir, du Land so hehr und groß
vor allen auf dem Erdenrund!
Wie schön gedeiht in deinem Schoß
der edlen Freiheit schöner Bund!
Drum wollen wir dir Liebe weihn
und deines Ruhmes würdig sein!
Ich kann dich nicht verstehen
Du Bauernsohn von altem Holz.
Du schrittest hinterm Pfluge her
So sicher und so stolz.
Du schäftest deine Sense
Beim ersten Morgenschein,
Wie führtest du so sichern Streich?
Dich holte keiner ein.
Ich kann Dich nicht verstehen,
Daß du zur Stadt den Schritt gewandt.
Hat dich ein letzter Blick ins Tal
Nicht an die Scholle gebannt?
Kommt durch den Rauch der Schlote
Nicht oft ein scheuer Gruß zu dir?
Von einer Wiese waldumringt
Von stillen Gärten Zier?
Singt nicht der Dengelhammer
Sein Lied in deiner Nächte Traum?
Und weckt dich nie der Staren Brut
Im alten Apfelbaum?
Die Frühlingswolken wandern
Der Märzwind trocknet Weg und Rain
schon geht der erste Pflug ins Feld
möcht es der deine sein!
Ein edles Gemüt des Volkes ist ein sicheres, unauflösbares Band, das alle Glieder beglückend festhält.
Es lehrt in dem Schicksale dulden, in dem Kampfe für Recht und Freiheit allem entsagen, um das Gesamtwohl zu verfechten!
Liebe die Heimat - wie herrlich ist dies Fleckchen Erde,
wo deine Ahnen gerodet, gepflügt - es ist dein.
Streue das Saatkorn zum ewigen Werde:
heilig die Pflicht, deutscher Bauer zu sein.
Schütze das Vaterland - keiner soll schänden die Scholle,
deine Arbeit dem Frieden, doch wenn im Kampf um Recht
die harte Faust das Schwert umfaßt - komme was wolle:
frei ist der Bauer und niemals Knecht.
Wahr die Treue dem Volk, das dich ehrend umschließt
als Hort deutscher Art, die dir überkommen,
daß rein der Väter Blut zu den Kindern fließt
für des Volkes Zukunft zu Nutz und Frommen!
Eine Mahnung.
Traute Brüder, wollt nur Eins!
Minder noch frommt viel, denn Keins!
Viel zerstreut, verwirrt, erschlafft,
Trübt den Blick und lähmt die Kraft.
Eins ist Noth und Eins genügt!
Eins bricht Bahn sich, Eins obsiegt!
Dieses: daß das Recht besteh',
Ob die Welt zu Grunde geh'!
Männiglich ins Auge schau'n
Sonder Trutz und sonder Grau'n,
Herzhaft auf dem Recht bestehn,
Für das Recht zum Richtplatz gehn;
Meister unsers Bodens seyn,
Von der Weichsel bis zum Rhein,
Von des Histreich fernstem Rand,
Bis zur heil'gen Ostsee Strand;
Schirmen unser Eigenthum,
Unsern Leumund, unsern Ruhm,
Unser Hab' und unser Gut,
Unsern Schweiß und unser Blut;
Niemands Herr und Niemands Knecht,
Das ist, traun, des Deutschen Recht.
Nicht zu starr und nicht zu zart
Ist des Deutschen Sinn und Art.
Daß nun solches Recht besteh',
Solche Art nicht untergeh',
Dieß genügt und dieß ist noth,
Lebend noth und noth im Tod.
So ihr dieß nur, dieß nur meint,
Trotz dann, Brüder, Trotz dem Feind!
Unser Werk wird fürder gehn:
Licht und Recht den Sieg bestehn!
Stimmt an mit hellem, hohem Klang,
stimmt an das Lied der Lieder,
des Vaterlandes Hochgesang,
das Waldtal hall´ es wieder.
Der alten Barden Vaterland,
dem Vaterland der Treue,
dir, freies unbezwung´nes Land,
dir weih´n wir uns auf´s neue.
Zur Ahnentugend wir uns weih´n,
zum Schutze deiner Hütten;
wir lieben deutsches Fröhlichsein
und alte, deutsche Sitten.
Die Barden sollen Lieb´ und Wein,
doch öfter Tugend preisen,
und sollen bied´re Männer sein
in Taten und in Weisen.
Ihr Kraftgesang soll himmelan
mit Ungestüm sich reißen :
Jeder echte, deutsche Mann
soll Freund und Bruder heißen!
In jedem Herzen schlägt der Hochgedanke
Fürs deutsche Volk in Nord, Süd, West und Ost
Und ruft das Deutschtum auf, daß es nicht wanke,
So sehr der Sturm auch unser Land umtost:
Es gilt dem heiligen Dienst am Vaterland,
Und deutsche Treue sei das feste Band!
Die deutsche Urkraft laßt uns rein erhalten:
Es gilt der Zukunft, gilt der besseren Zeit!
Zum Wohl des Ganzen laßt in starkem Walten
Aufraffen uns in voller Einigkeit!
Es gilt dem heiligen Dienst am Vaterland,
Und deutsche Treue sei das feste Band!
Seid einig in des Landes schwerster Stunde,
O stellet alles Trennende zurück,
Und schließt euch zu dem großen deutschen Bunde
Zusammen zu des deutschen Volkes Glück!
Es gilt dem heiligen Dienst am Vaterland,
Und deutsche Treue sei das feste Band!
Treue! Schwester zarter Liebe
Zwiegespanne höchster Tugend.
Bleibet stark im Weltgetriebe,
Hütet Reinheit für die Jugend.
Treue! Alter Werte Sinn und Ehre
Deutsche Männer kühn und stark,
Haltet scharf und blank die Wehre
Frei und aufrecht bis ins Mark.
Treue! Wort fest eingeschliffen
In des Schwertes Silberstahl,
Blinktest mir, wenn tief ergriffen
Meinen Geist ich Gott empfahl.
Treue! Mit des Blutes Weihe
Tief im Herzen eingebrannt,
Meine Ehre bleibt die Treue
Für mein Volk und Vaterland!
Was auch immer werde:
Steh zur Heimaterde,
Bleibe wurzelstark!
Kämpfe, blute, werbe
Für dein höchstes Erbe,
Siege oder sterbe:
Deutsch sei bis ins Mark.
Was dich auch bedrohe:
Eine heil'ge Lohe
Gibt dir Sonnenkraft!
Laß dich nimmer knechten,
Laß dich nicht entrechten;
Man gibt den Gerechten
Wahre Heldenschaft!
Wie die Väter einst gestritten,
Was sie trugen und erlitten,
Sagt euch der Geschichte Buch.
Lasst es nicht Papier nur bleiben,
In die Seele müsst ihr’s schreiben,
Einen Wahr- und Lebensspruch.
Denn sie schufen und erbauten,
Weil der Zukunft sie vertrauten,
Ihre Zukunft, das sind wir.
Lasst sie nicht zu schanden werden,
Was der Vater Kraft auf Erden
Einst begann, vollbringt es ihr.
Wer nicht weiterbaut, zerstöret;
Was euch mühlos heut gehöret,
Vaterlandes Glanz und Kraft,
Morgen wird’s der Sturm euch rauben,
Wenn das Wollen und das Glauben
In den Seelen euch erschlafft!
Es ist ehrenvoller, bei einem Stück Schwarzbrot beim deutschen Bruder zu bleiben,
als für Zuckerbot und im Frack ein auch von Franzosen verachteter Ersatzfranzose zu sein!
Die wir hinter Mauern hausen,
hinter dumpfem, kaltem Stein,
eng in Höfen, tief in Kellern
fristen unser Schattensein.
Rollte nicht die liebe Erde
auch für uns aus Gottes Hand?
Gönnt auch uns, wonach wir hungern,
eine Scholle Ackerland.
Wo wir roden, jäten, graben,
Furchen ziehn und Samen streun,
und das Herz mit Hoffnung füllen,
bis die Früchte uns erfreun.
Früchte, die wir selbst gezogen,
Blumen, die wir selbst gepflanzt,
drüber, unsrer Kinder Freude,
ein besonnter Falter tanzt.
Kommt, o kommt, ihr schöneren Tage!
Stolz kann auch der Ärmste sein:
"Seht, von unsrer deutschen Erde
ist dies liebe Fleckchen mein!
Diese Bank und diese Laube,
dieses Beet und dieser Baum,
dieses Sommerabends Friede
und sein seliger Sternentraum."
Alles kann die Scholle schenken,
und am schmalsten Furchenrand
wird ein goldner Kelch noch glänzen
sonnentrunken bis zum Rand:
Heimatliebe heißt die Blume,
die wohl auch im Schatten sprießt,
aber schöner sich und voller
unterm Kuss des Lichts erschließt!
Sei gegrüßt, du neues Jahr!
Schaffen wollen wir und wirken
nach dem Brauch, der einstmals war,
in den heiligen Bezirken.
Froh die Seele sei und klar,
kühn der Blick dem Tag entgegen,
stolz und treu und echt und wahr
laßt uns alle Kräfte regen.
In der Menschen tätigem Kreis
wollen wir den Glauben künden,
der von ewger Wahrheit weiß,
und uns ihm zur Tat verbünden.
So gelte denn wieder
Urväter Sitte:
Es steigt der Führer
Aus Volkes Mitte.
Sie kannten vor Zeiten
Nicht Krone noch Thron.
Es führte die Männer
Ihr tüchtigster Sohn,
Die Freien der Freie!
Nur eigene Tat
Gab ihm die Weihe
Und Gottes Gnad'!
So schuf ihm sein Wirken
Würde und Stand.
Der vor dem Heer herzog,
ward Herzog genannt.
Herzog des Reiches,
wie wir es meinen,
bist du schon lange
im Herzen der Deinen!