Tischsprüche
Vaterland und Freiheit,
Dieser Ruf muß bleiben,
Wenn lange uns'rer Gräber Sand
Und uns'ren Staub die Winde treiben!
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Vaterland und Freiheit,
Dieser Ruf muß bleiben,
Wenn lange uns'rer Gräber Sand
Und uns'ren Staub die Winde treiben!
Tausend Arten wird es geben
In der Welt, solang das Leben
Seine letzten Funken sprüht.
Anders ist der Sang der Meise
Als der Nachtigallen Weise,
Jubelnd steigt und klingt der Lerche Lied.
Rosen gibt es und Reseden
Und es hat für einen jeden
Raum genug die weite Welt.
Es gibt Täler und gibt Berge,
Es gibt Riesen und gibt Zwerge,
Jeder ist auf seinen Platz gestellt.
An der Art, die ihm gegeben,
Seiner Seele Bestes Leben,
Ist des Menschen Pflicht und Los.
Sieh nicht nach den anderen vielen,
Bleibe treu den eignen Zielen,
Das allein nur macht Dich stark und groß!
Die Male der Vergötterung verwittern,
die ewige Natur reißt stolze Zedern fort,
Schau ! wie versteinerte Jahrtausende stehen dort
die Riesenfelsen auf - die Zeit wird sie zersplittern....
So ist der reichste Glanz ein flüchtiger Genuß!
So sinkt dahin, was hohe Kunst gestaltet!
Doch dauernd ist, was innen waltet:
Unsterblich ist der Genius!
Geh!
Fürchte nichts!
Es kehrt alles wieder,
und was geschehen soll,
ist schon vollendet!
Der Krieg hat einen langen Arm.
Noch lange, nachdem er vorbei ist,
holt er sich seine Opfer!
Gar mancher kommt trotz vielem Lesen
Mit dem Verständnis in die Brüche:
Wohl hat er die Sprüche der Weisheit gelesen,
Doch nicht verstanden die Weisheit der Sprüche!
Meine schmerzvoll an der scharfen Klinge gemachten Erfahrungen lehrten mich, furchtlos zu sein. Und im Krieg gilt genau wie auf der Mensur, bei der man sich auf die Wange des Gegenpaukanten konzentrieren muß: Man darf keine Zeit mit Finten oder Ausweichmanövern verschwenden. Wähl das Ziel und schlag los!
Wer sich der Einsamkeit ergibt,
Ach der ist bald allein;
Ein jeder lebt, ein jeder liebt
Und lässt ihn seiner Pein.
Wer sich dem Weltgewühl ergibt,
Der ist zwar nie allein.
Doch was er lebt und was er liebt,
Es wird wohl nimmer sein.
Nur wer der Muse hin sich gibt,
Der weilet gern allein.
Er ahnt, daß sie ihn wieder liebt,
Von ihm geliebt will sein.
Sie kränzt den Becher und Altar,
Vergöttlicht Lust und Pein.
Was sie ihm gibt, es ist so wahr,
Gewährt ein ewig Sein.
Es blühet hell in seiner Brust
Der Lebensflamme Schein.
Im Himmlischen ist ihm bewußt
Das reine irdsche Sein.
Sturmwind, Donner, aus Wolkentürmen reißender Strom!
Mir ist dies aus Ur-Gewalten ein rasch gewachsener Dom.
Fürchte sie nicht, sind sie doch Teil unbändigen Lebens,
das um dich brandet, in ständigem Beben und Weben.
Hinein also mit dir, in den brüllend scharfen Wind,
Er sei dir singend Freude, so wie das Spiel dem Kind.
Tanz mit ihm im Wirbel seiner springenden Lust!
Und treibe all den Nebel aus beschwerter Brust.
Auf rauscht mit aller Kraft in dir dein heißes Herz,
vergessen schwimmt davon sein ganzer Schmerz.
Von grell geladenen Blitzen laß‘ hin dich reißen,
dein wilder Blick gebannt im himmelweiten Gleißen.
Schon bald umfängt sodann dich stilles Rauschen,
magst deinen Platz mit niemand anderem tauschen.
Und wünschst dir doch der sanften Hand Gewicht,
die zart dir streicht die nasse Strähne vom Gesicht.
Was ist unser Leben wert,
Wenn allein regiert das Schwert,
Und die ganze Welt zerfällt in toten Sand?
Aber das wird nicht geschehn,
Denn wir wolln nicht untergehn,
Und so rufen wir durch unser deutsches Land:
Go home, Ami, Ami go home,
Spalte für den Frieden dein Atom,
Sag good bye! dem Vater Rhein,
Rühr nicht an sein Töchterlein;
Lorelei, solang du singst, wird Deutschland sein.
Clay und Cloy aus USA
Sind für die Etappe da:
Solln die German boys verrecken in dem Sand!
Noch sind hier die Waffen kalt,
Doch der Friede wird nicht alt,
Hält nicht jeder schützend über ihn die Hand.
Ami, lern die Melodei
Von der Jungfrau Lorelei,
Die dort oben sitzt und kämmt ihr goldnes Haar.
Wer den Kamm ihr bricht entzwei,
Bricht sich selbst das Genick dabei.
Uralt ist das Märchen, traurig, aber wahr:
Ami, hör auf guten Rat,
Bleib auf deinem Längengrad,
Denn dein Marschall bringt uns zuviel Kriegsgefahr.
Auch der Friede fordert Kampf,
Setzt die Kessel unter Dampf,
Anker hoch, das Schiff ahoi, der Kurs ist klar!
Was habe ich denn von allen, die mich lenken und zügeln wollen!
Sie reden von Dingen, die meine Seele nicht achtet, reden somit in den Wind hinein.
Das gelobe ich mir:
Ich will mich nicht zügeln lassen.
Ich will lieber auf das gewisse Etwas vertrauen, das in mir jubelt!
Die Zeit, in ihrem Fluge, streift nicht bloß
Des Feldes Blumen und des Waldes Schmuck,
Den Glanz der Jugend und die frische Kraft:
Ihr schlimmster Raub trifft die Gedankenwelt.
Was schön und edel, reich und göttlich war
Und jeder Arbeit, jeden Opfers wert,
Das zeigt sie uns so farblos, hohl und klein,
So nichtig, daß wir selbst vernichtet sind.
Und dennoch wohl uns, wenn die Asche treu
Den Funken hegt, wenn das getäuschte Herz
Nicht müde wird, von neuem zu erglühn!
Das Echte doch ist eben diese Glut,
Das Bild ist höher, als sein Gegenstand,
Der Schein mehr Wesen, als die Wirklichkeit.
Wer nur die Wahrheit sieht, hat ausgelebt;
Das Leben gleicht der Bühne: dort wie hier
Muß, wann die Täuschung weicht, der Vorhang fallen!
Man sollte sich eigentlich zum Gesetz machen, die nämliche Sache nie mehr als ein Mal, höchstens zwei Mal zu erzählen;
denn man gewöhnt sich, indem man die Erzählung ausschmückt, oder mit andern Worten geben will, unvermerkt ans Lügen!
Das Recht, zu dienen und zu lieben,
das Recht, Barmherzigkeit zu üben,
das Recht, die Kindlein sanft zu hegen,
zu ziehen, lehren, mahnen, pflegen,
das Recht, wenn alles schläft, zu wachen,
das Recht, im Dunkel Licht zu machen,
das Recht, gekrönt mit sanfter Würde,
zu tragen andrer Last und Bürde,
das Recht, wenn trübe Zweifel walten,
den Glauben fest und treu zu halten,
das Recht, ohn’ End zu verzeihn,
das Recht, ein gutes Weib zu sein
voll wahrer Güte, fromm und echt,
das ist das schönste Frauenrecht!
Ein reines Weib kann mutig sein, denn es ist unnahbar.
Es bedarf nicht jenes Schwertes, das in der alten Sage zwischen die Liebenden gelegt wird.
Die Reinheit verteidigt sich mit höheren Waffen, ja, sie bedarf der Verteidigung nicht!
Auf einem Berge stehend umfassen wir die Natur wie das Kind, das auf einen Stuhl gestiegen ist, um den Vater desto besser umarmen zu können.
Während dieser Zeit war es, als unser gesamtes Deutsches Vaterland durch den Einfall des Franzosenvolkes tief unter dem Joche erseufzte, das deren gewaltiger Herrscher uns auferlegte. Tief fühlte gewiß jedes deutsche Herz, ob Preuße oder Mecklenburger, die Schmach, die dem Volke widerfahren war. Doch nicht allein das männliche Geschlecht eiferte unter sich, die Jugend mit dem Mannesalter, wer sein Blut dem Vaterlande am freudigsten weihen wollte. Auch das andere Geschlecht opferte alles. Schmuck und Putz. Was sollte ich tun? Dies Letztere besaß ich nicht, was ich auf dem Altar des Vaterlandes hätte niederlegen können. Mitwirken wollte ich aber, und so fasste ich den Entschluß, mit Verleugnung meines Geschlechtes mich den Fahnen der Ausziehenden anzuschließen.
Im Windsgeräusch, in stiller Nacht
Geht dort ein Wandersmann,
Er seufzt und weint und schleicht so sacht,
Und ruft die Sterne an:
Mein Busen pocht, mein Herz ist schwer,
In stiller Einsamkeit,
Mir unbekannt, wohin, woher,
Durchwandl' ich Freud' und Leid;
Ihr kleinen goldnen Sterne,
Ihr bleibt mir ewig ferne,
Ferne, ferne,
Und ach! ich vertraut' euch so gerne.
Da klingt es plötzlich um ihn her,
Und heller wird die Nacht.
Schon fühlt er nicht sein Herz so schwer;
Er dünkt sich neu erwacht:
O Mensch, du bist uns fern und nah,
Doch einsam bist du nicht,
Vertrau' uns nur, dein Auge sah
Oft unser stilles Licht:
Wir kleinen goldnen Sterne
Sind dir nicht ewig ferne;
Gerne, gerne,
Gedenken ja deiner die Sterne.
Als die Übeltaten
Verruchteste ich fand,
Wer seinen Freund verraten
Oder sein Vaterland.
Denn wie`s auch um dich stünde
Und wer du immer seist,
Verrat, das ist die Sünde
Wider den heiligen Geist.
Und was wir sonst im Leben
Vergessen und verzeih`n,
Verrat wäscht kein Vergeben
Und kein Bereuen rein!
Die der schaffende Geist einst aus dem Chaos schlug,
Durch die schwebende Welt flieg ich des Windes Flug,
Bis am Strande
Ihrer Wogen ich lande,
Anker werf‘, wo kein Hauch mehr weht
Und der Markstein der Schöpfung steht.
Sterne sah ich bereits jugendlich auferstehn,
Tausendjährigen Gangs durchs Firmament zu gehn,
Sah sie spielen
Nach den lockenden Zielen;
Irrend suchte mein Blick umher,
Sah die Räume schon - sternenleer.
Anzufeuern den Flug weiter zum Reich des Nichts,
Steur‘ ich muthiger fort, nehme den Flug des Lichts.
Neblicht trüber,
Himmel an mir vorüber,
Weltsysteme, Fluthen im Bach,
Strudeln dem Sonnenwanderer nach.
Sieh, den einsamen Pfad, wandelt ein Pilger mir
Rasch entgegen - Halt an! Waller, was suchst du hier?
Zum Gestade
Seiner Welt meine Pfade!
Segle hin, wo kein Hauch mehr weht,
Und der Markstein der Schöpfung steht!
Steh! du segelst umsonst - vor dir Unendlichkeit!
Steh! du segelst umsonst - Pilger, auch hinter mir! -
Senke nieder,
Adlergedank, dein Gefieder!
Kühne Seglerin, Phantasie,
Wirf ein muthloses Anker hie!
Warum liebe ich dich, deutsches Land?
Weil auf dir mein Großvater stand.
Was höre ich hier im Rauschen der Bäume?
All meine Sehnsüchte und Träume!
Deine fruchtbare Erde, sie duftet so gut,
weil auf ihr all unsere Hoffnung ruht.
Warum scheint mir der Himmel so tief und blau?
es ist der Himmel über meiner Frau.
Hier unter diesem Gestirn
webt sie geduldig ihren Zwirn.
Hier sehe ich sie in später Nacht,
wie Sie über unsere Kinder wacht.
Dies ist das Land, wo Mann und Weib sich ehren,
gemeinsam aller Feinde wehren.
Dies ist das Land wo Mann und Weib gemeinsam schaffen,
ohne sich zum Knecht zu machen.
Dies ist das Land, wo sie gemeinsam bauen,
gemeinsam in die Zukunft schauen.
Wo sie ihre Lieder singen
und Licht in kleine Herzen bringen.
Wo sie gemeinsam wandeln übers Land,
aufrecht und Hand in Hand.
Wo sie sich in die Augen schauen
und in Liebe sich vertrauen.
Wo Mann und Weib zusammenstehen,
ihre Sorgen teilen, ihren Weg gemeinsam gehen.
Hier ist das Land, wo unsere Freiheit wohnt
und niemand über unseren Häuptern thront.
Hier ist das Land wo Mann und Weib nicht Ketten tragen,
wo ihre Herzen frei, gemeinsam schlagen.
Der Freiheit zartes Band
ist das Gesetz im deutschen Land.
In ihrem Schatten ruhen Mann und Weib,
einander zugetan für alle Zeit.
In dir, du deutsches Land,
verbindet Mann und Weib ein heiliges Band!
Die Geschichte muß dem Volk, wenn auch nur in der Gestalt der Sage, gegenwärtig bleiben, es darf sein geschichtliches Bewußtsein nicht verlieren, wenn es nicht vor der Zeit altern soll!
Ihr, die beim frohen Mahle lacht,
Euch eure Blumen zieht in Scherben,
Und was an Gut euch zugedacht,
Euch wohlbehaglich laßt vererben,
Ihr starrt dem Dichter in's Gesicht,
Verwundert, daß er Rosen bricht
Von Disteln, aus dem Quell der Augen
Korall' und Perle weiß zu saugen;
Daß er den Blitz herniederlangt,
Um seine Lampe zu entzünden,
Im Wettertoben, wenn euch bangt,
Den rechten Odem weiß zu finden;
Ihr starrt ihn an mit halbem Neid,
Den Geistes-Crösus seiner Zeit,
Und wißt es nicht, mit welchen Qualen
Er seine Schätze muß bezahlen.
Wißt nicht, daß ihn, Verdammten gleich,
Nur reines Feuer kann ernähren,
Nur der durchstürmten Wolke Reich
Den Lebensodem kann gewähren;
Daß, wo das Haupt ihm sinnend hängt,
Sich blutig ihm die Thräne drängt;
Nur in des schärfstes Dornes Spalten
Sich seine Blume kann entfalten.
Meint ihr das Wetter zünde nicht?
Meint ihr der Sturm erschüttre nicht?
Meint ihr die Thräne brenne nicht?
Meint ihr die Dornen stechen nicht?
Ja eine Lamp' hat er entfacht,
Die nur das Mark ihm sieden macht;
Ja Perlen fischt er und Juwele,
Die kosten nichts — als seine Seele.
Alles opfert' ich hin, sprichst du, der Menscheit zu helfen,
Eitel war der Erfolg, Haß und Verfolgung der Lohn. –
Soll ich dir sagen, Freund, wie ich mit Menschen es halte?
Traue dem Spruche! noch nie hat mich der Führer getäuscht,
Von der Menschheit – du kannst von ihr nie groß genug denken,
Wie du im Busen sie trägst, prägst du in Taten sie aus.
Auch dem Menschen, der dir im engen Leben begegnet,
Reich ihm, wenn er sie mag, freundlich die helfende Hand.
Nur für Regen und Tau und fürs Wohl der Menschengeschlechter
Laß du den Himmel, Freund, sorgen wie gestern so heut!
treu deutschem Pflichtgebot
mit festverschloss´nem Munde
traf dich die Todeswunde
fielst du für deutsche Not.
Du hast uns wollen zeigen
was deutscher Mut vermag
zu kämpfen und zu schweigen
drum sollen Flammen steigen
aus deinem Sterbetag.
Die Fahne soll sich senken
bei deines Namens Klang
du sollst den Sinn uns lenken
wir wollen dein gedenken
das ganze Leben lang.
Die Wissenschaft hat uns den Organismus der Sprache aufgedeckt; aber was sie uns zeigte, war ein abgestorbener Organismus, den nur die höchste Dichternot wieder zu beleben vermag, und zwar dadurch, daß sie die Wunden, die das anatomische Seziermesser schnitt, dem Leibe der Sprache wieder schließt, und ihm den Atem einhaucht, der ihn zur Selbstbewegung beseele. Dieser Atem aber ist: – die M u s i k !
Ruf der Störche
O, sieh', welche Wonne hier oben uns blüht,
Wenn kreisend wir schweben im blauen Zenith,
Und unter uns dehnt sich gebreitet
Die herrliche, sonnenbeschienene Welt,
Umspannt vom erhabenen Himmelsgezelt,
An dem nur Dein Blick uns begleitet!
Uns trägt das Gefieder; gehoben vom Wind
Die breiten, gewölbten Fittige sind;
Der Flug macht uns keine Beschwerde;
Kein Flügelschlag stört die erhabene Ruh’.
O, Mensch, dort im Staube, wann fliegest auch Du?
Wann löst sich Dein Fuß von der Erde?
Und senkt sich der Abend, und ruhet die Luft,
Dann steigen wir nieder im goldigen Duft,
Verlassen die einsame Höhe.
Dann trägt uns der Flügelschlag ruhig und leicht
Dem Dorfe zu, ehe die Sonne entweicht;
Dann suchen wir auf Deine Nähe.
So siehst Du im niedrigen Fluge uns ziehn
Im Abendrot über die Gärten dahin.
Zum Neste kehren wir wieder.
Auf heimischem Dache dann schlummern wir ein,
Und träumen von Wind und von Sonnenschein,
Und ruh’n die befiederten Glieder.
Doch treibt Dich die Sehnsucht, im Fluge uns gleich
Dahinzuschweben, im Lüftebereich
Die Wonnen des Flug’s zu genießen,
So sieh’ unsern Flügelbau, miß unsre Kraft,
Und such’ aus dem Luftdruck, der Hebung uns schafft,
Auf Wirkung der Flügel zu schließen.
Dann forsche, was uns zu tragen vermag
Bei unserer Fittige mäßigem Schlag,
Bei Ausdauer unseres Zuges!
Was uns eine gütige Schöpfung verlieh’n,
Draus mögest Du richtige Schlüsse dann zieh’n,
Und lösen die Rätsel des Fluges.
Die Macht des Verstandes, o, wend’ sie nur an,
Es darf Dich nicht hindern ein ewiger Bann,
Sie wird auch im Fluge Dich tragen!
Es kann Deines Schöpfers Wille nicht sein,
Dich, Ersten der Schöpfung, dem Staube zu weih’n,
Dir ewig den Flug zu versagen!
Gespräche sollen in der Erzählung nur zur Belebung und Darstellung der Handlung dienen.
Dienen sie auch noch zur Charakteristik der Personen, so werden sie langweilig.
Wir wissen alle, es gibt solche, die mit dem Kopfe durch die Wand wollen.
Wie man so sagt.
Je nun, wenn schon mit dem Gesagten die Unvernunft übertriebener Dickköpfigkeit anschaulich dargelegt wird, so käme es doch noch darauf an, ob ein Gummiball, eine Turteltaube oder eine Kanonenkugel durch die Wand will.
Ich weiß, wir reden von Menschen und von seinem Kopfe, und ob sich dieser an de Wand als Gummiball, Nachtigall oder Kanonenkugel ausweist.
Der Ball wird von der Mauer abprallen, das verständige Lebewesen sich um die Wand herumbewegen und die Kanonenkugel sie einfach durchbrechen.
Man tut gut, seinen Kopf nicht immer für eine Kanonenkugel zu halten!
Die erste Gans im Gänsezug,
Sie schnattert: "Seht, ich führe!"
Die letzte Gans im Gänsezug,
Sie schnattert: "Seht, ich leite!"
Und jede Gans im Gänsezug,
Sie denkt – Daß ich mich breite
So selbstbewußt, das kommt daher,
Weil ich, ein unumschränkter Herr,
Den Weg mir wähl' nach eignem Sinn,
All meiner Schritte Schreiter bin
Und meine Freiheit spüre!
Im tiefen Keller sitz ich hier
bei einem Fass voll Reben
bin frohen Muts und lasse mir
vom allerbesten geben.
Der Küfer zieht den Heber vor
gehorsam meinem Winke
reicht mir das Glas, ich halt's empor
und trinke, trinke, trinke
Mich plagt der Dämon, Durst genannt
doch um ihn zu verscheuchen,
nehm' ich mein Römerglas zur Hand
und lass mir Rheinwein reichen.
Die ganze Welt erscheint mir nun
in rosenroter Schminke,
ich könnte niemand Leides tun
und trinke, trinke, trinke.
Allein mein Durst vermehrt sich nur
bei jedem vollen Becher,
das ist die leidige Natur
der echten Rheinweinzecher;
Doch tröst ich mich, wenn ich zuletzt
vom Faß zu Boden sinke,
Ich habe keine Pflicht verletzt
ich trinke, trinke, trinke.
Freiheit ist wie die Luft zum Atmen.
Man muß erst die Luft abgedrückt bekommen bevor man nach ihr schnappt!
Finden wir uns damit ab:
Der Mensch ist nicht zum Vergnügen allhier.
Dazu ist unser Erdball zu problematisch.
Aber weil der Mensch lieber lacht als weint, macht er sogar Witze, um (wenn es nicht anders geht) auch ohne Grund lachen zu können.
Folglich scheint der Mensch kaum um seinetwillen, als vielmehr zur besonderen Verwendung da zu sein.
Fragt sich nur, für wen oder was.
Von mir aus wäre es nicht durchaus notwendig, daß ich einen -für mich- angenehmen Zweck haben müßte.
Natürlich wehre ich mich gegen jede mich schmerzende Verwendung.
Aber es gibt auch Mittel und Zwecke für andere!
Mein Leben war ein Ringen
Von morgens früh bis abends spät.
An jedem Tage
Die gleiche Frage:
Kannst du es zwingen?
Und immer sah der Glaube:
Es geht!
Dieser Unteroffizier,
Mädchen, wie gefällt er dir?
Seine Farben steh'n ihm gut,
Und sein kriegerischer Hut;
Und er schaut so muthig d'rein:
Mädchen, hast ihn Lust zu frei'n?
Mädchen, laß es bleiben.
Dieser Unteroffizier,
Wie ein Mann steht er allhier;
Wenn er seinen Rock zieht aus,
Wird, o weh, ein Mädchen d'raus;
Und wer irgend ihn will frei'n,
Darf fürwahr kein Mädchen sein.
Das sind Wunder Gottes.
Dieser Unteroffizier
War ein Mädchen, so wie ihr;
Aber als der Krieg begann,
Macht' es sich zu einem Mann;
Weil's die Schneiderei verstand,
Macht' es sich ein Mannsgewand,
Zog als Mann zu Felde.
Dieser Unteroffizier
Wer ihn frein will, glaubet mir,
Muß ein tücht'ger Hauptmann sein,
Wenn der Handel soll gedeih'n.
Ei, ein Hauptmann bringt ihn schon
Zur Subordination,
Trotz dem Kreuz am Halse.
Es war einmal ein Königskind, das ging im Walde spazieren,
da sah es einen Jäger fein, der schoss es tot mit einem Schuss.
Es war einmal ein Jägersmann, der ging im Walde jagen,
da sah er einen Königskind, das schoss er tot mit einem Schuss.
Es war einmal ein Königskind, das ging im Walde spazieren,
da sah es einen Jäger fein, der schoss es tot mit einem Schuss.
Es war einmal ein Jägersmann, der ging im Walde jagen,
da sah er einen Königskind, das schoss er tot mit einem Schuss.
O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächt´ger Aufenthalt.
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäft´ge Welt;
Schlag noch einmal die Bogen,
Um mich, du grünes Zelt!
Eine Jungfrau ist etwas sehr Schönes,
vorausgesetzt, sie bleibt es nicht!