Arm in Arm und Kron' an Krone steht der Eichenwald verschlungen,
Heut hat er bei guter Laune mir sein altes Lied gesungen.
Fern am Rande fing ein junges Bäumchen an sich sacht zu wiegen,
Und dann ging es immer weiter an ein Sausen, an ein Biegen;
Kam es her in mächt'gem Zuge, schwoll es an zu breiten Wogen,
Hoch sich durch die Wipfel wälzend kam die Sturmesflut gezogen.
Und nun sang und pfiff es graulich in den Kronen, in den Lüften,
Und dazwischen knarrt' und dröhnt' es unten in den Wurzelgrüften.
Manchmal schwang die höchste Eiche gellend ihren Schaft alleine,
Donnernder erscholl nur immer drauf der Chor vom ganzen Haine!
Einer wilden Meeresbrandung hat das schöne Spiel geglichen;
Alles Laub war weißlich schimmernd nach Nordosten hingestrichen.
Also streicht die alte Geige Pan der Alte laut und leise,
Unterrichtend seine Wälder in der alten Weltenweise.
In den sieben Tönen schweift er unerschöpflich auf und nieder,
In den sieben alten Tönen, die umfassen alle Lieder.
Und es lauschen still die jungen Dichter und die jungen Finken,
Kauernd in den dunklen Büschen sie die Melodien trinken!
Radbot stand, der wilde Friesenkönig,
An dem Fluß, die Taufe zu empfahen,
Um ihn her die Priester, frohen Mutes,
Durch des Wankelsinnigen Bekehrung
Endlich doch der Mühen Lohn zu ernten.
Und er setzt den Fuß schon in die Welle,
Als er plötzlich hält: Noch eines mußt du
Mir verkünden, Bischof! Meine Väter,
Alle meine Ahnherrn, da sie starben,
Sag es frei, wohin sind sie gekommen?
In die Hölle, sprach der fromme Bischof,
Deine Väter, die als Heiden starben,
König Radbot, fuhren in die Hölle
Das entrüstete den wackern Degen:
Schlechter Priester rief er, meine Väter,
Meine Väter waren tapfre Männer!
Lieber will ich, ja bei Wodan schwör ich's,
Mit den Helden sein in ihrer Hölle,
Als mit euch in euerm Priesterhimmel
Sprach's und eilte trotziglich von dannen!