Es ist ein wahres Seherwort:
Vor dem Sklaven,
wenn er die Ketten bricht,
erzittere!
Das ist die lieblichste Musik,
Die schönsten Harmonien,
Wenn Mann und Weib in Leid und Glück
Sich treu durchs Leben ziehen!
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Es ist ein wahres Seherwort:
Vor dem Sklaven,
wenn er die Ketten bricht,
erzittere!
Das ist die lieblichste Musik,
Die schönsten Harmonien,
Wenn Mann und Weib in Leid und Glück
Sich treu durchs Leben ziehen!
Die Sterne, die begehrten nicht,
Sie standen still und klar;
Die Wolken nur, die zogen nicht,
Sie hingen wunderbar.
Und wie sie hingen, so hing ich,
Ein Träumer, träumend fort;
Und über mir im Himmelszelt
Erglänzte Gottes Wort.
Die Reinheit der Sprache und ihre ursprüngliche Gestalt ist Schönheit!
Auflehnungen,
die mehr sind als ein Putsch,
mehr als ein frech vom Zaun gebrochenes Spiel,
tragen die Gewähr des Sieges in sich,
wenn nicht heute,
so morgen!
Des Sommers gewaltige Hitze verging
allmählich verkürzen die Tage sich bald
nun öfter die Wolke den Himmel verhing
und Regen fällt nieder, es wird langsam kalt
Erfrischend die Brisen des Windes nun sind
er faucht durch die Bäume, durch Gras und durchs Haar
er treibet die Drachen hinauf hoch geschwind
das Laub von den Bäumen, das farbig schon war
Und sieh all die Tiere, sie decken sich ein
Mit Eckern, Kastanien, mit Eicheln und Nuss
verhüllet vom Schnee werden bald sie nun sein
wer dann noch nichts hat, durch den Schnee stiefeln muß
In herrliche Farben die Landschaft getaucht
so bunt und so schön, doch auch neblig und still
Geheimnisvoll Morgens die Wiesen behaucht
vom Geiste des Herbstes, der grüßen dich will
Welch prächtige Zeit für die Ankunft all hier
du Herbstkind, sei fröhlich, dein Herze sei leicht!
Die Blätter im Winde, sie tanzen mit dir
bis du eines Tages ein Alter erreicht,
das stolz wie die Eiche, so alt und so treu
die Borke so kräftig, die Äste so stark
steht durch Wind und Wetter und jedesmal neu
erfreut sie die Menschen, die wandeln im Park
Sei rein wie der Regen, sei frisch wie der Wind,
der zauselnd die Blätter im Tanze bewegt
sei keck wie die Böen, die eigen ihm sind,
und erst wenn er selbst will, zur Ruhe sich legt
Sei froh wie die Farben, die Augen erfreu'n,
im Sonnenlicht schimmern, so warm und so bunt
die Hürden des Lebens brauchst du nicht zu scheu'n
wenn Wahrheit verkündet dein mutiger Mund!
Vater, Mutter und Kind,
das ist der ewig alte und immer wieder neue Dreiklang,
der die Welt zusammenhält!
Drei Raben saßen auf einem Baum,
Drei schwärzere Raben gab es kaum.
Der eine sprach zu den andern zwei'n:
"Wo nehmen wir unser Frühmahl ein?"
Die andern sprachen:"Dort unten im Feld
Unterm Schilde liegt ein erschlagener Held."
Zu seinen Füßen liegt sein Hund
Und hält die Wache seit mancher Stund'.
Und seine Falken umkreisen ihn scharf,
Kein Vogel, der sich ihm nahen darf.
Sie sprachen's. Da kam eine Hinde daher,
Unterm Herzen trug sie ein Junges schwer.
Sie hob des Toten Haupt in die Höh
Und küßte die Wunden, ihr war so weh.
Sie lud auf ihren Rücken ihn bald
Und trug ihn hinab zwischen See und Wald.
Sie begrub ihn da vor Morgenrot,
Vor Abend war sie selber tot.
Allvater sende dem Ritter zumal
Solche Falken und Hunde und solches Gemahl!
Jeder ist eine Kerze,
angesteckt bei der Geburt.
Nur zu viele
haben sich
ausblasen lassen
von den Winden
der Regeln und Normen,
der Vorschriften und Moral
Sie brennen nicht mehr!
Der Mensch muß wachgerüttelt werden,
dies gilt für Jung und Alt auf Erden,
das Motto heißt – Zusammenleben,
gemeinsam an der Zukunft weben.
Ruckartig muß sich etwas ändern,
auch in korrupt geführten Ländern,
damit sich's wieder lohnt zu leben,
um freudig seinen Kopf zu heben.
Gemeinsamkeit kann viel erreichen,
setzt unaufhörlich Richtungszeichen,
sie gehört grundsätzlich ins Revier,
denn: Zusammenhalt ist eine Zier!
Das war ein alter König, sein Herz war schwer, er saß auf seinem Throne, und sprach kein einziges Wort. Die Fürsten saßen rings umher, und warteten auf sein Geheiß; da sprach der König: 'Ich will nicht mehr, ich will nicht mehr, ich will nicht mehr!'
Ich bin wie ein Vogel, frei.
Meine Gedanken und Emotionen kann niemand nehmen.
Ich habe alles zu verschenken,
denn ich bin frei.
Ich empfinde Mitgefühl,
prahlt mit Eurem Wissen
und seid dennoch dumm.
Ich sehe diese Oberflächlichkeit,
denn ich bin frei.
Ihr bleibt hinter den Mauern gefangen,
ich schwebe, frei.
Ich wundere mich täglich
während Ihr Euch versteckt im Alltag,
denn ich bin frei.
Man jagt meine Freiheit, denn...
ich bin einer der wenigen,
die der Abgestumpftheit entkamen.
Ihr bekommt es mit der Angst zu tun
und stellt lächerliche Fallen.
Ich werde frei bleiben!
Vor Schelmen, die den Mantel der Gerechtigkeit tragen, vor denen kann kein Mensch sich schützen.
Die sind ärger als die schlimmsten Verbrecher und verdienen doppelte Bestrafung!
Denn nicht das was wir ertragen,
erleben und erleiden-
wie wir es ertragen,
das macht den Mann zum Helden!
Was reich und arm! Was stark und schwach!
Ist reich vergrabner Urne Bauch?
Ist stark das Schwert im Arsenal?
Greif milde drein, und freundlich Glück
Fließt, Gottheit, von dir aus!
Faß an zum Siege, Macht, das Schwert,
Und über Nachbarn Ruhm!
In Tirol die Kapuziner
Haben hochgewölbte Bäuche,
Sind des Herren fromme Diener
Und mit Wein gefüllte Schläuche.
In Tirol die Jesuiten
Haben runde Angesichter,
Auch die Patres Karmeliter
Sind gar fette Kirchenlichter.
Reichlich gibt der Kirchenfiskus,
Und gefüllt sind seine Spinde.
Auch die Jünger vom Franziskus
Sind wie runde Fassgebinde.
Wenn sie so in milder Güte
Wohlgefüllt vorübergehen,
Zieht das brave Volk die Hüte,
Bleibt in tiefer Ehrfurcht stehen.
Ach! Man sieht im Volke leider
Nur die magersten Gestalten;
Schlotternd sitzen alle Kleider,
Denn der Leib kann sie nicht halten.
Braves Volk, das so verachtet
Diese schalen Erdengüter
Und den Platz im Himmel pachtet
Durch die dicken Seelenhüter!
Nebeltag
Nun weicht er nicht mehr von der Erde,
Der graue Nebel, unbewegt;
Er deckt das Feld und deckt die Herde,
Den Wald und was im Wald sich regt.
Er fällt des Nachts in schweren Tropfen
Durchs welke Laub von Baum zu Baum,
Als wollten Elfengeister klopfen
Den Sommer wach aus seinem Traum.
Der aber schläft, von kühlen Schauern
Tief eingehüllt, im Totenkleid.
O welch ein stilles, sanftes Trauern
Beschleicht das Herz in dieser Zeit!
Im Grund der Seele winkt es leise,
Und vom dahingeschwundnen Glück
Beschwört in ihrem Zauberkreise
Erinnrung uns den Traum zurück!
Über bemooste Steine
Fällt ein rauschender Quell,
Glitzert im Mondenscheine,
Funkelt so silberhell.
Sinnend saß ich daneben,
Sah, wie die Welle schäumt,
Hab' vom vergangenen Leben,
Hab' von der Zukunft geträumt.
In der Tiefe der Wogen
Sah ich gar mancherlei,
Viele Gestalten zogen
Grüßend an mir vorbei.
Waren die lieben Seelen,
Die mich dereinst erfreut,
Die meinem Herzen fehlen
Hier in der Einsamkeit.
Tausendmal laß dir danken,
Lieblicher Silberbach,
Daß du den Heimwehkranken
Tröstest im Ungemach;
Daß du aus alten Tagen
Freundliches mir erzählt,
Daß ich dir durfte klagen,
Was meinem Herzen fehlt!
Ich bin der Knecht Ruprecht, immer treu und brav,
Mit meinem langen Bart und meinem schweren Stab.
Ich komme aus dem Walde, wo die Tannen rauschen,
Wo die Winde pfeifen und die Wölfe lauschen.
Ich gehe durch die Straßen, klopfe an die Tür,
Und frage, ob die Kinder fleißig waren hier.
Die guten, die ich finde, die nehm ich mit mir fort,
Die bösen, die ich finde, die schlag ich auf den Ort.
Ich habe einen Sack, der ist mir wohlbekannt,
Darin sind Nüsse, Äpfel und auch Mandeln dran.
Die guten Kinder freuen sich, wenn ich bei ihnen bin,
Die bösen Kinder zittern, wenn sie meinen Schatten sehn.
So zieh ich durch die Lande, von Haus zu Haus,
Und bringe frohe Botschaft und auch manchen Graus.
Doch wenn das Christkind kommt, dann geh ich still zur Ruh,
Denn dann ist meine Arbeit für ein Jahr im Nu getan.
Wälder des Nordens
Ihr habt mich geboren
Aus Asche und Feuer
Und bleichem Sternenlicht
Berge des Nordens
Ihr seid meine Väter
Die lautlosen Ahnen
Am dunklen Horizont
Ihr Flüsse des Nordens
Die mir sind wie Mütter
Die rauschend noch flüstern
Vom ewigen Wind
Zu Euch kehr ich wieder
In den Schoß jener Lande
Die Heimat mir sind!
Wer aber unter Heimatliebe nur die Zuhausehockerei versteht,
wird der Heimat nie froh werden,
und sie wird ihm leicht nur zu einem Sauerkrautfaß!
Aus dem Dünkel eig'nen Meinens
nie entkeimt die frische Saat;
im Nachdenken nur entschwingt
sich Menschengeist und Schöpfertat!
Ich bestätige voll Glück meinen Glauben daran, daß wir in uns einen Funken jenes ewigen Lichts tragen, das im Grunde des Seins leuchten muß, und das unsere schwachen Sinne nur von ferne ahnen können.
Ich erkenne es als unsere höchste Pflicht, diesen Funken in uns zur Flamme werden zu lassen und das Göttliche in uns zu verwirklichen!
Ein unsichtbarer Feind ists, den ich fürchte,
Der in der Menschen Brust mir widersteht,
Durch feige Furcht allein mir fürchterlich –
Nicht was lebendig, kraftvoll sich verkündigt,
Ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz
Gemeine ists, das ewig Gestrige,
Was immer war und immer wiederkehrt,
Und morgen gilt, weils heute hat gegolten!
Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht,
Und die Gewohnheit nennt er seine Amme.
Weh dem, der an den würdig alten Hausrat
Ihm rührt, das teure Erbstück seiner Ahnen!
Bebt dir die Seele vor dem Gang der Sterne
im Wechsel zwischen Nacht und Himmels Blau?
Geheimnisvoll und mächtig steht im Kerne
das Schöpfungswunder zwischen Mann und Frau,
in allen Himmeln und auf allen Erden
gilt das Gesetz, das dir die Straße weist,
und Menschen wurden, Menschen sollen werden,
dies ist des Lebens Kette, die nicht reißt.
Dich trug die stete Welle aus den Weiten
und trägt dich stetig durch die Weiten hin;
gebunden gehst du wie die Stunden schreiten,
und du bist Ende, Stufe und Beginn.
Das Blut, das deine Väter dir gegeben,
strömt heilig sicher und vom Licht geweiht
in deine Erben ein – so rollt dein Leben
hin zwischen Ewigkeit und Ewigkeit!
De Bur is free un is kien Knecht,
dat is ole dütsche Recht.
Dat gröne Land dat hört de Burn,
de grote Herrn de köent us durn.
De groten Herrn willt Tins un Stür,
de groten Herrn sünd us to dür.
Se seggt: he, Bur, du mußt betaln,
wi seggt: jo schall de Düwel haln.
Se keem’n in Isen, dusend Mann;
bi Hemmelskamp dor gung dat an
De Erzbischup kreeg grote Noot -
de Burn slogn al sin Ridders dot.
De groten Herrn de köent us durn,
Dat gröne Land dat hört de Burn.
Dat is dat ole dütsche Recht:
De Bur is free un is kien Knecht!
Wer sich absondert, der gibt seinen Zweck auf;
und die Verbreitung der Moralität ist ihm ganz gleichgültig. …
Seine Tugend ist keine Tugend, sondern ein knechtischer Egoismus.
Es ist uns aufgetragen, Gesellschaft zu suchen, und selbst hervorzubringen!
Wir sind gebunden in Zeit und Raum,
Du und ich.
Wir wirken und weben und wissen es kaum
An der Gottheit Gewandung unterstem Saum
Stich für Stich.
Bis einmal einer der Grossen sich naht
Irgendwann
Wenn die Zeiten reif, und in lodernder Tat
Aufreisst Jahrhunderte alte Naht,
ein einziger Mann.
Er greift aus brodelnder Tiefe Schoss
Mass und Macht.
Uralte Tafeln reisst er los
Und ragt und reckt sich riesengross
Über Nacht.
Und was er kündet und verspricht,
wird zur Tat.
Und was zerbrechen muss, zerbricht,
Und alles Grosse drängt ans Licht,
sobald er naht!
Wer, stets den Blick auf die Erde gerichtet, nur nach Geld und Gut und Genuß sucht, erblindet allmählich für das Höhere; der Sinn, das geistige Gesicht schrumpft ein und geht ihm endlich ganz verloren, bis er schließlich im Größten und Tiefsten, im Wahrsten und Schönsten nur noch Betrug und Humbug wittert!
Wir handeln, wie wir müssen.
So laß uns das Notwendige mit Würde,
Mit festem Schritte tun – Was tu ich Schlimmres,
Als jener Cäsar tat, des Name noch
Bis heut das Höchste in der Welt benennet?
Einzig allein der Entschluß,
um etwas kämpfen zu wollen,
ist schon der halbe Sieg!
Kein Wort, auch nicht das kleinste, kann ich sagen,
Wozu das Herz den vollen Schlag verwehrt;
Die Stunde drängt, gerüstet steht der Wagen,
Es ist die Fahrt der Heimat abgekehrt.
Geht immerhin - denn eure Tat ist euer -
Und widerruft, was einst das Herz gebot;
Und kauft, wenn dieser Preis euch nicht zu teuer,
Dafür euch in der Heimat euer Brot!
Ich aber kann des Landes nicht, des eignen,
In Schmerz verstummte Klagen mißverstehn;
Ich kann die stillen Gräber nicht verleugnen,
Wie tief sie jetzt in Unkraut auch vergehn. -
Du, deren zarte Augen mich befragen, -
Der dich mir gab, gesegnet sei der Tag!
Laß nur dein Herz an meinem Herzen schlagen,
Und zage nicht! Es ist derselbe Schlag.
Es strömt die Luft - die Knaben stehn und lauschen,
Vom Strand herüber dringt ein Möwenschrei;
Das ist die Flut! Das ist des Meeres Rauschen!
Ihr kennt es wohl; wir waren oft dabei.
Von meinem Arm in dieser letzten Stunde
Blickt einmal noch in's weite Land hinaus,
Und merkt es wohl, es steht auf diesem Grunde,
Wo wir auch weilen, unser Vaterhaus.
Wir scheiden jetzt, bis dieser Zeit Beschwerde
Ein andrer Tag, ein besserer, gesühnt;
Denn Raum ist auf der heimatlichen Erde
Für Fremde nur und was den Fremden dient.
Doch ist's das flehendste von den Gebeten,
Ihr mögt dereinst, wenn mir es nicht vergönnt,
Mit festem Fuß auf diese Scholle treten,
Von der sich jetzt mein heißes Auge trennt! -
Und du, mein Kind, mein jüngstes, dessen Wiege
Auch noch auf diesem teuren Boden stand,
Hör mich! - denn alles andere ist Lüge -
Kein Mann gedeihet ohne Vaterland!
Kannst du den Sinn, den diese Worte führen,
Mit deiner Kinderseele nicht verstehn,
So soll es wie ein Schauer dich berühren
Und wie ein Pulsschlag in dein Leben gehn!
Wenn leise dein Gewissen spricht,
Zum Lassen oder Tun dich mahnt,
Dann überhör die Stimme nicht,
In Demut folge und in Treue;
Denn sicher, ehe du's geahnt
Erfaßt zu spät dich bittre Reue!
Doch Mut, nur Mut in jeder Lage,
Wo uns ein Dornenwald umstarrt!
Die Morgenröte bessrer Tage
Glüht hinter'm Berg der Gegenwart!
Danke, sprach der Junkersknabe
Zu dem Bauern auf dem Ross,
Dass ich lebe, was ich habe,
Dank ich deinem rettend' Tross.
Wären nicht du und dein Wagen,
Läg ich tot im Walde dort:
Was der Schnitter konnt‘ nicht haben,
Hab‘ drum du für immerfort.
Da ich lebe nur durch dich,
Sei nun dir auch ganz mein Leben.
Es ist billig sicherlich,
All mein Dienst und Kraft zu geben.
Edel nenn' ich die Geschicht.
Sage: Würd‘st Du gleiches dulden?
Und bei neuem Lebenslicht
Deinem Lebensspender hulden?
Gerne, sagst Du, Überglückt
käme ich zu solchem Denken,
Treu und wacker – fast entzückt –
Leib und Herzblut zu verschenken.
Höre, Freund, dann zweite Mär,
Doch mit ernstem Unterschiede,
Nämlich wahr, nicht minder hehr,
Und von Dir – ja Dir – ein Liede:
Unter Schnee und Todesregen
Hunderte ihr Leben gaben,
Einst mit Speer, dann Schwert, dann Degen,
Hundert je an Tausend Tagen.
Du weißt nicht, wie solcher Schmerz tut,
Der Dein Volk hat übergossen,
Ozeane voller Herzblut
Sind für Dich dereinst geflossen.
Jahrzehntausende ich zähle,
Die Dein Volk bei Sturm und Plag‘ den
Hort von Blut und Geist und Seele
Harten Schritts bergauf getragen!
Dass Du lebest, – Deutscher, höre! –
Mühten, wälzten, schufen, starben
Millionen Deines Volkes,
Ungezählte Deiner Ahnen!
Aller Geist und all Dein Wollen,
Alles Blut und ganz Dein Leben
Sei darum dem großen Herzschlag
Deines deutschen Volks gegeben.
Dieses ist die kleinste Treue,
Vätergleich als Sohn zu streben,
Ahnenseel und -leib in neue
Zeit als Opfernder zu heben!
Gar hochgebohren ist der Mann,
Der seinem Willen leben kann,
Deß edler Muth sein Adel ist,
Sein Ruhm die Wahrheit sonder List.
Dem Leidenschaft niemals gebot,
Nicht fürchtet Leben, oder Tod,
Weis seiner Zeit wohl bessern Brauch,
Als fürs Gerücht, der Narren Hauch.
Von Hof und Frohnen frank und frei,
Von Heuchlern fern und Büberei,
Was soll der Schmeichler bei ihm thun?
Auch für'm Tyrannen kann er ruhn.
Er neidet nicht und hat nicht Neid,
Kennt nicht der Thoren Ueppigkeit;
Kennt nicht gestürzten Stolzes Schmach,
Was der für Wunden folgen nach.
Der nicht den Staat, nur sich regiert,
Und harmlos so den Szepter führt,
Mehr gibt, als nimmt, und bittet Gott
Um Dankbarkeit und täglich Brod.
Der Mann ist frei und hochgebohr'n,
Hat Glück und Hoheit nie verlohr'n,
Vor Höhen sicher, wie vorm Fall,
Und hätt' er nichts, so hat er's All!
Wo das Wort nicht mehr gilt und der Eid nicht mehr geachtet wird, hört die Ehre auf und Redlichkeit;
die menschliche Gesellschaft zerrottet sich in Banden, und das Menschenleben ist ein ewiges Spitzbübern!
In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch.
Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen.
Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte.
Was immer Du kannst, beginne es.
Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie.
Beginne jetzt!
Wer nicht will, wird nie zunichte,
kehrt beständig wieder heim.
Frisch herauf zum alten Lichte
dringt der neue Lebenskeim.
Keiner fürchte zu versinken,
der ins tiefe Dunkel fährt.
Tausend Möglichkeiten winken
ihm, der gerne wiederkehrt.
Dennoch seh ich dich erbeben,
eh du in die Urne langst.
Weil dir bange vor dem Leben,
hast du vor dem Tode Angst!
Zum Mythischen kehrt man nicht zurück, man begegnet ihm wieder!
Der Wald ist Heiligtum.
Der Wald ist heimlich.
Das Heimliche ist das Trauliche, das wohlgeborgene Zuhause, der Hort der Sicherheit.
Es ist nicht minder das Verborgen-Heimliche und rückt in diesem Sinne an das Unheimliche heran.
Der Wahrspruch des Waldgängers heißt: »Jetzt und Hier« - Der Widerstand des Waldgängers ist absolut, er kennt keine Neutralität, keinen Pardon, keine Festungshaft.
Er lebt! lebt ewig in der Welt Gedächtnis,
Das von Geschlecht sich zu Geschlechtern reiht;
Sein Name wirkt, ein heiliges Vermächtnis,
In seinen Jüngern fort und fort erneut;
Nur so in edler Nachfolg' und Gedächtnis
Gelangt die Tugend zur Unsterblichkeit
zu gleichem Preise sieht sich aufgefordert,
Wem gleicher Trieb im edlen Busen lodert!
Das Volkslied ist ein Findelkind,
geboren an der Gassen,
dort han die Eltern, freigesinnt,
das Kleine liegen lassen.
Da kam ein Wanderbursch daher,
der packt es in sein Bündel
und führt auf Fahrten kreuz und quer
mit sich das süße Kindel.
Er füttert es mit blauer Luft
und Licht vom Abendsterne,
er hat's getränkt mit Fliederduft
und Weine aus der Taberne.
Ließ taufen es nach frommem Brauch
und tät's im Singen üben,
doch lehrt er ihm das Trinken auch,
das Tanzen und das Lieben.
Bei Hammerschlag und Funkengold
in eines Meisters Klause,
da war die Jungfrau wunderhold
das erstemal zu Hause.
Doch grüßt sie auch den Bauersmann
beim Pfluge dort im Winde
und führte ihm den Reigen an
des Abends bei der Linde.
Zog mit Soldaten in den Krieg
und spornte sie zur Rache,
und sang beim Kampf und sang beim Sieg
und sang auf stiller Wache,
und sang mit nimmermüdem Sinn,
wo sich nur Menschen fanden -:
Da wurde sie die Königin
in allen deutschen Landen!
Ihr Brüder, durch diese unzähligen und schrecklichen Nachtwachen in der Finsternis habt ihr für Deutschland einen Schatz angesammelt, der nie verzehrt werden kann. Der Glaube an die Einsamen entspringt der Sehnsucht nach einer namenloseren Brüderlichkeit, nach einem tieferen geistigen Verhältnis, als es unter Menschen möglich ist!
Ohne bestimmte Lebensaufgabe keine Fixierung der Kraft;
ohne bestimmte Aufgabe für eine bestimmte Zeit kein Zusammenhalten der Zeit und kein Geizen mit derselben;
ohne kleinere Ziele und Ruhepunkte keine Müdigkeit, ohne stetige Erneuerung seines Thateifers keine Ausdauer und Frische!
Der spitze Turm, das schräge Dach,
War deutsche Bauart von je;
Doch seh' ich mir heute die Häuser an,
Dann wird mir wirklich weh'.
Nicht morgenländischer kann es wohl
In Kairo und Bagdad ausschau’n,
Als hier bei uns, wo sie jetzt nur
Noch runde Kuppeln bau’n.
Die Bauart unsrer Väter ist
Nichts mehr für unser Gefühl,
Die Architekten schwärmen nur
Für türkischen Zwiebelstil!
Wie in Gold die Wälder prangen,
Rosen gleich die Bäum' erblühn!
Erde will wie Himmel glühn,
Eh sie starr liegt und vergangen.
Der verklärten Erden Wonne
Füllt mit Licht auch meine Brust,
Und das Herz hüpft auf in Lust,
Wie ein Vöglein in der Sonne!
Es hat mit einer Revolution keine Gefahr,
wenn man wirklich regiert,
wenn man nicht reizt und quält,
wenn man nicht in Angst ist,
und wenn man sie nicht kindisch oder mutwillig selbst einleitet!
Wenn sie zu dir sprechen:
"Biegen oder brechen!"
Ruf:
"Brechen eh' als biegen!":
– Gib acht, so wirst du siegen!
Die einzige Art von Duellen, die wenigsten in ihren Motiven echt und ehrlich ist, ist das Duell aus bewußter, eingestandener Rachsucht, aus dem Bedürfnis der Vergeltung.
Wer dieses Motiv nicht als das treibende in sich fühlt, oder sich nicht eingestehen will, begeht mit dem Zweikampf eine Lüge und moralische Feigheit!
Die Römer, die, vor vielen hundert Jahren,
Das erste Volk der Erde waren,
Doch wenigstens sich dünkten, es zu sein;
Die großen Schreiber ihrer Taten
Und Dichter auch und große Redner hatten,
Und Weise groß und klein;
Die stolz auf ihrer Helden Scharen,
Auf ihre Regulos und Scipione waren,
Und Ursach hatten, es zu sein;
Die fingen endlich an und aßen Ochsenbraten,
Frisierten sich und tranken fleißig Wein -
Da war's geschehn um ihre Heldentaten,
Um ihrer Dichter edle Reih'n,
Um ihre Redner, ihre Schreiber;
Da wurden's große dicke Leiber,
Und Memoirs- und Zeitungsschreiber,
Und ihre Seelen wurden klein;
Da kamen Oper und Kastraten,
Und Ehebruch und Advokaten,
Und nistelten sich ein.
Oh, die verdammten Ochsenbraten!
Oh, der verdammte Wein!
Alles was auf Erden besteht,
beruht auf Ehre und Treue,
wer heut' die alte Pflicht verrät,
verrät morgen auch die neue!