Da wirst du mehr in den Wäldern finden
als in allen Büchern.
Die Bäume und die Steine werden dich Dinge lehren,
die dir kein Mensch sagen wird.
Jahr: 1090 - 1153
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Da wirst du mehr in den Wäldern finden
als in allen Büchern.
Die Bäume und die Steine werden dich Dinge lehren,
die dir kein Mensch sagen wird.
Auf, tapfre Brüder, auf in's Feld!
Gerecht ist unser Krieg;
Uns führet Deutschlands größter Held:
Uns folget Ehr' und Sieg.
Ihr Feinde zittert! unser Heer
Hat Kriegeskunst und Muth,
Ist schneller mit dem Mordgewehr,
Und hegt der Väter Blut.
Wir streiten noch den alten Streit:
Ein Mann verjaget vier.
Wir fragen nicht, wie stark ihr seyd;
Wo steh'n sie, fragen wir.
Auf, Brüder, schlagt den stolzen Feind,
So kehrt ihr früh zurück:
Wer starb, wird dann mit Recht beweint,
Wer lebt, hat Ruhm, und Glück.
Der Knabe wünscht sich seinen Stand,
Das Mädchen blickt ihn an:
"Der schützt als Krieger unser Land,
Der schütz' auch mich als Mann!"
Hört ihr der Stücke Donnerschlag,
So grüßt ihn mit Gesang;
Euch lohnet diesen einen Tag
Der Friede lebenslang.
Die Kugel treffe, wer sich bückt
Und scheu zurücke fährt!
Und wer zur Flucht den Fuß nur rückt,
Deß Nacken treff' ein Schwert!
Nein! eh' ich fliehe, stürz' ich hin
Mit Waffen in der Hand.
Seyd Rächer, wenn ich treulos bin,
Gott, König, Vaterland!
Die Sterne, die begehrten nicht,
Sie standen still auf ihrem Pfad,
Und als die Winde schwiegen nicht,
Da schwiegen sie, weil sie es satt.
Doch als der Morgen kam herein,
Da sang ein Vogel froh sein Lied,
Und über Berg und Tal und Hain
Erklang es weit und breit und weit.
Ich kenn ein Kind, das mag nicht gern zur Ruh,
Hat's erst den Kopf aufs Kissen gelegt,
So denkt es gleich: Nun bin ich nicht mehr frei,
Nun kommt der liebe Heiland nicht zu mir.
Ich kenn ein Kind, das mag nicht gern zur Ruh,
Hat's erst den Kopf aufs Kissen gelegt,
So denkt es gleich: Nun bin ich nicht mehr frei,
Nun kommt der liebe Heiland nicht zu mir.
Ich kenn ein Kind, das mag nicht gern zur Ruh,
Hat's erst den Kopf aufs Kissen gelegt,
So denkt es gleich: Nun bin ich nicht mehr frei,
Nun kommt der liebe Heiland nicht zu mir.
Ich bin ein Baum ...
Ein frisch grüner Spross im ersten Sonnenstrahl.
Ein modriger Zweig mit Moos benetzt.
Ich bin ein Baum ...
Der Wurzeltrieb in tiefster Tiefe.
Der Blütenduft im Himmel hoch.
Ich bin ein Baum ...
Die Frucht in deinen Händen.
Der Samen, der mein Leben trägt.
Ich bin ein Baum ...
Das Gerippe deines Hauses.
Die Hitze deiner Glut.
Ich bin ein Baum ...
Der Atem, der dich belebt, und die Kiste,
in der man dich mir zu Füßen legt.
Ich bin ein Baum ...
Für dich ein kühlender Schatten in der Glut der Sonne.
Ein lichtes, warmes Feuer in dunkler, kalter Nacht.
Ich bin ein Baum ...
Wachse zum Zentrum der Erde und
zu den Sternen des Himmels.
Ich bin die Welt und das Universum.
Ich bin ein Baum.
Es ist so still- die Buchen stehn
in hehrem feierlichen Schweigen.
Wie Atem geht des Windes Wehn
mit leisem Wogen in den Zweigen.
An silbergrauen Stämmen schweifen
die Blicke auf zum Blätterdach,
wo junge, lichte triebe greifen
fliehenden weißen Wölkchen nach.
Wie recken sich die stolzen Kronen
so weit hinauf in Himmelsfernen.
In hellen Sommernächten wohnen
sie nahe bei den ewigen Sternen.
Es wachsen aus der Muttererde
stets Erben auf zu gleichen Höhn.
So bleibt im steten Stirb und Werde
derselben Buchenwald bestehen.
O Heiliger Hain, du Stätte der Ahnen,
wie bist du schön und licht und frei!
Ich hör’ die Stimme meines Blutes mahnen,
dass meines Volkes Glaube hier geboren sei!
Wenn ich an Kopfweh leide und Neurosen,
mich unverstanden fühle oder alt,
und mich die holden Musen nicht liebkosen,
dann konsultiere ich den Doktor Wald.
Er ist mein Augenarzt und Psychiater,
mein Orthopäde und mein Internist.
Er hilft mir sicher über jeden Kater,
ob er von Kummer oder Cognac ist.
Er hält nicht viel von Pülverchen und Pille,
doch umso mehr von Luft und Sonnenschein.
Und kaum umfängt mich angenehme Stille,
raunt er mir zu: ,,Nun atme mal tief ein!
Die Bäume leben im Einklang mit Erde und Kosmos; sie sind heil, nicht gebrochen, deshalb können sie heilen, nicht nur den Körper, sondern auch die Seele.
Seht ihr ein Volk mit Ketten belastet
und dem Henker preisgegeben,
sprecht nicht gleich:
Dieses ist ein gewalttätiges Volk,
das den Frieden der Welt stören wollte.
Denn vielleicht ist es ein Märtyrervolk,
das für das Heil des Menschengeschlechtes stirbt.
Du hältst das Evangelium wie es steht für die göttlichste Wahrheit, mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, dass das Wasser brennt und das Feuer löscht, dass ein Weib ohne Mann gebiert, und dass ein Toter aufersteht; vielmehr halte ich dieses für Lästerungen gegen den großen Gott und seine Offenbarung in der Natur.Du findest nichts schöner als das Evangelium, ich finde tausend geschriebenen Blätter alter und neuer von Gott begnadigter Menschen eben so schön, und der Menschheit nützlich und unentbehrlich. Nimm nun, lieber Bruder! Dass es mir in meinem Glauben so heftig Ernst ist wie dir in dem deinen, dass ich, wenn ich öffentlich zu reden hätte, für die nach meiner Überzeugung von Gott eingesetzte Aristokratie mit eben dem Eifer sprechen und schreiben würde, als du für das Einreich Christi schreibst; müsste ich nicht alsdann das Gegenteil von vielem behaupten, was dein Pilatus enthält, was dein Buch uns als unwidersprechlich auffordernd ins Gesicht sagt!Ausschließliche Intoleranz! Verzeih mir diese harten Worte.
Nach hartem Streben,
nach strenger Zucht,
ist eines besiegten Lasters Frucht,
immer eine heilvolle Tugend.
Trägheit wird zur Strebsamkeit,
Faulheit wandelt sich zum Fleiß,
Unzucht wird zur Sinnlichkeit,
und Mut, der einst'gen Feigheit Preis.
Genügsamkeit erwächst, statt Gier,
Völlerei verschwindet, Genuss kommt dafür,
Zorn vergeht und Liebe ersteht,
Geistigkeit kommt, wenn die Trinksucht verweht.
In jedem Tropfen Quellwasser sind mehr Kräfte vorhanden, als ein mittleres Kraftwerk der Gegenwart zu erzeugen vermag.
In der Natur geschieht nichts zufällig. Wir Menschen haben es in der Hand, die Natur zu kopieren, aber vorher müssen wir sie kapieren, um die guten Geister zu rufen.
Die Menge glaubt, dass alles schwer Begreifbare tiefsinnig sei. Das ist unrichtig.
Schwer begreifbar ist nur das Unreife, Unklare und oft Falsche.
Die höchste Weisheit ist einfach und geht durch den Schädel direkt ins Herz!
Man leugnete stets, und man leugnet mit Recht
Daß je sich der Adel erlerne.
An tausend Wünsche, federleicht,
Wird sich kein Gott noch Engel kehren,
Ja, wenn es so viel Flüche wären,
Dem Teufel wären sie zu seicht.
Doch wenn ein Freund in Lieb und Treu
Dem andern den Kalender segnet,
So steht ein guter Geist dabei.
Du denkst an mich, was Liebes dir begegnet,
Ob dir's auch ohne das beschieden sei.
Und nun, wenn alle Uhren schlagen,
So haben wir uns was zu sagen,
Was feierlich und hoffnungsvoll
Die ernste Stunde weihen soll.
Zuerst ein Prosit in der Runde!
Ein helles, und aus frohem Munde!
Ward nicht erreicht ein jedes Ziel,
Wir leben doch, und das ist viel.
Noch einen Blick dem alten Jahre,
Dann legt es auf die Totenbahre!
Ein neues grünt im vollen Saft!
Ihm gelte unsre ganze Kraft!
Wir fragen nicht: Was wird es bringen?
Viel lieber wollen wir es zwingen,
Daß es mit uns nach vorne treibt,
Nicht rückwärts geht, nicht stehen bleibt.
Nicht schwächlich, was sie bringt, zu tragen,
Die Zeit zu lenken, laßt uns wagen!
Dann hat es weiter nicht Gefahr.
In diesem Sinne: Prost Neujahr!
Im neuen Jahre Glück und Heil,
Auf Weh und Wunden gute Salbe!
Auf groben Klotz ein grober Keil!
Auf einen Schelmen anderthalbe!
Du warst dem Kind
schon unbegreiflich
in Deinem Wesen dunkler Wald,
ich wurde grau,
du bist geblieben
in kaum veränderter Gestalt .
Noch immer streben wir
zum Dome
die Stämme all ins reine Licht,
umschirmen mir
ein Reich des Friedens,
an dem der Lärm
der Welt sich bricht.
Noch immer ist
um deinen Wegen,
der Atem hoher Einsamkeit
und schenkt mir Rast
in kühlen Gründen,
an Quellen, Fels
und grüner Heid.
Noch immer rauscht
in deinen Zweigen
das Lied vom
Tag der Schöpfung her,
das Lied,
das auch die Sterne singen
und das erklingt
im weiten Meer.
Noch immer zieht es unbegreiflich zu dir
mich hin
in Lust und Wehen,
so oft ich mich auch
zu dir wende
ist 's mir wie ein Nachhausegehn.
Kahl stehen die Lärchen am Waldesrand,
Am Boden zerstreut hat sich ihr gold’nes Gewand;
Erkaltet, erstarrt ist die weite Flur,
Als stünde sie still, die Weltenuhr.
Im Nebel verliert sich das dürre Geäst;
Abnoba aus dem Haine schläft tief und fest.
Oben in den Kronen siehst du Eiskristalle blinken,
Während die Zweige unter ihrer Last herniedersinken.
Pralle blaue Schlehen in einem fort,
Tiefrote Hagebutten da und dort!
Und leise zieht der Winter ein
Mit den ersten zarten Flöcklein.
*
Beglückt reichen wir uns die Hände sacht:
Das Land hat sich verwandelt über Nacht.
Wunderbar ist die Natur, liebes Kind;
Zauberhaft der Schnee, so leicht und lind!
Kannst du sehen, wovon wir träumen –
Siehst du die Bilder von blühenden Säumen?
Hör nur das Summen, das Plätschern, das Lachen,
Wie sie ein Feuer in der Seele entfachen!
Du darfst der Biene deine Wünsche sagen –
Welche Blüten sollen Früchte tragen? –
Und für dich sprießen die schönsten Kräuter
Wie auch die entzückendsten Sträucher.
*
Und an einem warmen Orte
Hast du durchschritten die Pforte …
Das Licht erblickt in der tiefsten Nacht
Und so viel Freude mitgebracht.
Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
Sage Dank und nimm es hin
Ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
Doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst,
Möge dir gelingen.
Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.
Vertrau auf Gott und eigne Kraft
Und nicht auf fremde Mächte;
Wer jeden Tag das Rechte schafft,
Der schafft im Jahr das Rechte.
Es frommt nicht, daß du zagst und klagst:
Wenn rückwärts ohne Reue
Ins alte Jahr du blicken magst,
So zieh mit Mut ins neue.
Geschrieben steht: »Im Anfang war das Wort!
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muß es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Daß deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!
Es war ein heiterer, der Menschheit würdiger Gedanke, ihre Toten der hellen und reinen Flamme statt der trägen Erde zu überlassen.
Ja, sie kehrten heim, und alles Schöne,
Alles Hohe nahmen sie mit fort,
Alle Farben, alle Lebenströme,
Und uns blieb nur das entseelte Wort.
Aus der Zeitflut weggerissen, schweben
Sie gerettet auf des Pindus Höhn:
Was unsterblich im Gesang soll leben,
Muss im Leben untergehen.
Die Jahreszeiten wandern durch die Wälder.
Man sieht es nicht. Man liest es nur im Blatt.
Die Jahreszeiten strolchen durch die Felder.
Man zählt die Tage. Und man zählt die Gelder.
Man sehnt sich fort aus dem Geschrei der Stadt.
Das Dächermeer schlägt ziegelrote Wellen.
Die Luft ist dick und wie aus grauem Tuch.
Man träumt von Äckern und von Pferdeställen.
Man träumt von grünen Teichen und Forellen.
Und möchte in die Stille zu Besuch.
Man flieht aus den Büros und den Fabriken.
Wohin ist gleich! Die Erde ist ja rund!
Dort, wo die Gräser wie Bekannte nicken
und wo Spinnen seidne Strümpfe stricken,
wird man gesund.
Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.
Wenn durchs Land der Herbstwind pfeift,
sind schon Berg und Tal bereift,
dann wendet sich mit frohem Sinn,
unser Herz zur Julzeit hin:
Herbststürme brausen, grau das Himmelszelt,
wir harren und hausen in unsrer dunklen Welt.
Kein Wettersturm ist uns zu hart; wir sind von Nordlands Art!
Hat der Julmond Schnee gebracht,
freuen wir uns dieser Pracht.
Hei, frisch die Schneeschuh angeschnallt,
uns ist kein Schnee zu kalt;
Schneestürme brausen über Wald und Feld,
wir schlittern und sausen durch unsre weiße Welt.
Kein Aufwärts ist zu steil, zu hart, wir sind von Nordlands Art!
Hat die Zeit uns wohlgetan,
sehnen wir das Fest heran,
die Sonnenwend mit neuem Licht,
das hell ins Finstre bricht:
Lichter erhellen jedes deutsche Haus,
wo wir uns gesellen, bei Wetter, Sturm und Braus,
ums heilge Feuer froh geschart, wir sind von Nordlands Art!
Einmal im Jahr,
in der heiligen Nacht,
verlassen die toten Soldaten die Wacht,
die sie für Deutschlands Zukunft stehen.
Sie kommen nach Haus, nach Art und Ordnung zu sehen, schweigend treten sie ein in den festlichen Raum, den Tritt der genagelten Stiefel, man hört ihn kaum sie stellen sich still zu Vater und Mutter und Kind,
aber sie spüren, dass sie erwartete Gäste sind.
Es brennt für sie eine rote Kerze am Tannenbaum, es steht für sie ein Stuhl am gedeckten Tisch, es glüht für sie im Glase dunkel der Wein. Und in die Weihnachtslieder, gläubig und frisch, stimmen sie fröhlichen Herzens mit ein.
Hinter dem Bild mit dem Stahlhelm dort an der Wand steckt ein Tannenzweig mit silbernem Stern. Es duftet nach Tannen und Äpfel und Mandelkern,
und es ist alles wie einst und der Tod ist so fern.
Wenn dann die Kerzen am Lichtbaum zu Ende gebrannt, legt der tote Soldat die erdverkrustete Hand jedem der Kinder leise aufs junge Haupt:
Wir starben für euch, weil wir an Deutschland geglaubt.
Einmal im Jahr, in der heiligen Nacht,
beziehen die toten Soldaten wieder die ewige Wacht.
Die Sonne ist versunken, Nacht über Wald und Feld. Im Dunkel tief ertrunken all süße Luft der Welt. Lass fahren, Herz, lass fahren! Sei stark in Not und Pein. Bald wird auf Nordlands Erde ein neuer Frühling sein. Und liegt im Schoß begraben das Land so weiß und weit, und rufen rau die Raben, erfüllt ist bald die Zeit. Es soll uns nimmer schrecken ein Dunkel noch so groß; das Licht wird neu geboren aus ew'gem Mutterschoß. Ist eine Nacht der Nächte, da wächst das Wunder leis. Die ew'gen Gottesmächte bezwingen Nacht und Eis. Lass helle Kerzen brennen in Saal und Seele dein, bald wird auf Deutschlands Erde ein neuer Frühling sein!
Die Sonne ist versunken,
Nacht über Wald und Feld,
im Dunkel tief ertrunken
all süße Lust der Welt.
Laß fahren Herz, laß fahren,
sei stark in Not und Pein,
bald wird auf Nordlands Erde
ein neuer Frühling sein!
Und liegt im Schnee begraben
das Land so weiß und weit
und rufen rauh die Raben,
erfüllt ist bald die Zeit.
Es soll uns nimmer schrecken
ein Dunkel noch so groß,
das Licht wird neu geboren
aus ew'gem Mutterschoß!
Ist eine Nacht der Nächte,
da wächst das Wunder leis,
die ewgen Rauhemächte
bezwingen Nacht und Eis!
Laß helle Kerzen brennen
im Saal und Innern dein,
bald wird auf Nordlands Erde
ein neuer Frühling sein!
Es ziehen um die Weihnachtszeit viel kleine Zwerglein aus,
sie huschen nachts im Mondenschein um jedes stille Haus.
Es hat sie noch kein Menschenkind gesehen und gehört,
und wenn ihr nichts bekommen habt, dann habt ihr sie gestört.
Sie wohnen in der Erde tief bei einer guten Fee,
sind viele tausend Jahre alt und frieren nicht im Schnee.
Mit einer langen Zipfelmütz sind sie euch wohl bekannt,
sie tragen, wenn kein Sternlein blitzt, Laternchen in der Hand.
Sie hämmern und sie nageln, wenn das Eis im Bache reift,
und nähen emsig und geschwind, wenn hell der Nordwind pfeift.
Ist alles fertig und bereit, dann geht es huckepack;
ein reichgeschmückter Tannenbaum guckt oben aus dem Sack.
Wo immer Kinder sich bemühn, recht lieb und gut zu sein,
dort stellen sie den Tannenbaum und auch den Sack hinein;
sie selber laufen wie der Wind in ihren Zauberwald,
und durch die stille heil´ge Nacht der Kinder Jubel schallt.
Wer je die flamme umschritt
Bleibe der flamme trabant!
Wie er auch wandert und kreist:
Wo noch ihr schein ihn erreicht
Irrt er zu weit nie vom ziel.
Nur wenn sein blick sie verlor
Eigener schimmer ihn trügt:
Fehlt ihm der mitte gesetz
Treibt er zerstiebend ins all.
Die Scheite sind nun entzündet,
Gefährten stehen im Kreis.
Es wehet der Atem des Feuers.
Und Herzen brennen so heiß.
Wir leben unter der Sonne.
Wir liegen hier einsam im Feld.
Wir ziehen mit loderndem Herzen
Durch eine flammende Welt.
Strahle fröhlich uns du treues
Frohsinn bringend‘ Leuchtgestirn,
woll’n uns baden in deinem Glanze,
nichts am Leib als Leinenzwirn.
Aufstrebend geht der Blick gen Himmel,
liebvolle Rufe schall’n empor,
dir, du da sitzt, auf deinem Throne,
gilt unser Preisen- steht unser Chor.
Wärm‘ die Herzen, wärm die Seelen,
großer gold’ner Feuerball.
Schein hernieder und erleuchte
unserer Heimat' Berg und Tal.
Bring‘ uns Leben, bring uns Nahrung,
du Erwecker allen Seins,
überall herrscht munt’res Treiben,
alles lebt, dank deines Scheins.
Hatt'st du nun lange uns beehrt,
mit Schaffenskraft und warmem Licht,
so nahmst zur Stärkung du dir Zeit,
wir übten solang gern Verzicht.
Nach dunkler Jahreskreisgezeit
bricht lang ersehnt durch's Wolkenzelt,
dein herrlich heilvoller Strahl,
der Wald und Wiesen frisch erhellt.
Du malst die schönsten Bilder uns,
wenn du kommst und wenn du gehst,
du zeigst uns weise Lehr und Rat,
wenn nach dem Dunkel du erstehst.
Aufstrebend geht der Blick gen Himmel,
liebvolle Rufe schall’n empor,
dir, du da sitzt, auf deinem Throne,
gilt unser Preisen- steht unser Chor.
Ach Mutter, liebe Mutter, wo kommt das Brot denn her?
Mein Junge, das wächst aus der Erde
Zu der Ernte wogendem Meer.
Im Frühjahr waren die Felder grün von junger Saat.
Sonne, Wind und Regen machen es reif zur Mahd.
Es mahlt das Korn die Mühle, daraus backt der Bäcker Brot.
Das Schwert schützt alle Arbeit und schirmt uns vor der Not.
Ach Vater, lieber Vater, wo kommt das Schwert denn her?
Mein Junge, das kommt aus dem Boden.
Von Erz sind die Steine schwer.
Im Schacht tief unter der Erde der Bergmann gräbt und schafft.
Die Schlacke schmilzt vom Eisen des Feuers heiße Kraft.
Das Eisen geht zur Schmiede, der Schmied schlägt Waffen daraus.
Die tragen dann die Männer und schirmen Volk und Haus.
Ach Mutter, liebe Mutter, wo kommen die Männer her?
Mein Junge, es lebt in der Heimat
Die Sippe rings umher.
Gewachsen aus Blut und Boden sind Mann und Frau und Kind.
Wir alle Enkel von Ahnen und Ahnherrn von Enkeln sind.
Der Junge wächst zum Burschen, Kampf macht den Bursch zum Mann,
Der Weib und Herd und Glauben sich frei bewahren kann.
Ach Vater, lieber Vater, wo kommt der Glaube her?
Von ihm zu reden, mein Junge,
Wird mir bitter schwer.
Er wuchs nicht auf unserm Boden, die Ahnen kannten ihn nicht.
Er weiß nicht vom Segen der Erde und nichts von des Schwertes Gericht.
Er machte das Haus uns sündig und die schaffende Arbeit zum Fluch, -
Doch – er ward uns also gelehret aus Bibel, Lied und Spruch.
Ach Vater und liebe Mutter, nie wird die Lehre mein!
Wie Korn und Mensch und Eisen
Muß auch der Glaube sein.
Die Ahnen wußten das Rechte. – Wir sind der Enkel Ahn.
Er strömt aus Segen der Erde und des Jahres ewigem Lauf,
Aus des Hauses wärmendem Herde und des Schwertes Klinge und Knauf.
Gesippen und Kameraden, uns formte das gleiche Blut!
Uns trägt die Heimaterde, und führt des Nordens Mut.
Älter als Kirchen und Klöster ist unser Väter Land,
Fester als Priesters Taufe bindet des Blutes Band.
Unser Reich, ihr Brüder, ist von dieser Welt!
Es gesund zu bauen, hat uns Gott bestellt!
Die Sonne ist durchs Jahr gerollt,
jetzt ist sie schwach und klein.
Doch wird sie bald mit ihrem Gold
groß und voll Licht und Wärme sein.
So schmücken wir den Sonnwendkranz,
für seinen neuen Lauf,
und stecken ihm mit hellem Glanz
vier rote Wünschellichter auf.
Enkel bist du!
Siegen und Sorgen
gestern Gewesener
dankst du dein Dasein.
Hältst als Ahnherr
Segen und Fluch
fernster Geschlechter
hütend in Händen.
Stehst so im Heute,
Glied einer Kette
zwischen zwei Zeiten:
Hammer und Amboß,
Antwort und Frage,
frei und gebunden.
Anders formend,
selber geformt,
Blutes und Willens
gehorchender Diener,
Blutes und Willens
gebietender Herr!
Da die Götter menschlicher noch waren,
waren Menschen göttlicher
Wenn man klar Gesicht zeigt, wird man auch vom Gegner respektiert. Der Größte Fehler ist es, sich für seine Grundeinstellung zu entschuldigen.
Noch wandeln wir in dunkler Zeit,
vom Himmel leuchtet Stern bei Stern.
doch in der tiefsten Dunkelheit,
das Leben keimt in Korn und Kern,
ist schon das Licht verborgen
und Mütter geh'n gesegnet.
Ein neuer Morgen bricht herein,
Die dunkle Nacht muß schwinden.
Auf, grüßet laut den hellen Schein,
Das neue Jahr wird mit uns sein,
Mit Müttern, Korn und Kindern.
Ich bin Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft ...
Ohne Mythus aber geht jede Kultur ihrer gefundenen schöpferischen Naturkräfte verlustig: erst ein mit Mythen umstellter Horizont schließt eine ganze Kulturbewegung zur Einheit ab. ...
Was der Mensch als God verehrt, ist sein eigenstes Innere herausgekehrt
Ein Mensch ist ein sterblicher Gott, ein Gott aber ein unsterblicher Mensch.
Nornengesang
,,Wir weben und weben am Weltenlauf
Und können ihn doch nicht wenden.
Das Schicksal bereitet die Fäden auf,
Die wir vor- und rückwärts senden.
Das Schicksal hält sie fest in der Hand,
Und was es einmal aufgespannt,
Das müssen wir vollenden.
Die Flamme leckt und sprüht,
nur langsam gibt
das winterfeuchte Holz
sich ihr zu Eigen,
doch endlich glüht es,
dass es Funken stiebt.
Wir liegen still
um den Kamin und schweigen.
Und draußen schneit's.
Es ist so wohlig hier.
Großmutter ruht verklärt
in ihrem Kissen.
Die Eltern träumen,
Hand in Hand und wir
oh nur nicht jetzt
zu Bette gehen müssen!
Da winkt uns etwas,
das uns retten kann:
" Großmutter,komm,
du musst uns was erzählen!"
Wir drängen uns
an ihren Stuhl heran,
bestürmen sie
und bitten sie und quälen.
Und wie wir uns
um sie herum geschart
und unseren Blick
verlangend auf sie richten,
sagt sie in ihrer weichen,
edlen Art:
"Ich will aus meiner Jugend
euch berichten:
Ich war ein Kind.
Wie heut lag tiefer Schnee,
wir kauerten um den Kamin
und froren.
Die Zeit war ernst.
Wir hatten die Armee
und hatten einen großen Krieg verloren.
Mein Vater war,
bevor das alles kam,
die Freude selbst,
die Liebe,das Verstehen.
Seit jenen Tag der Schande
und der Scham,
hat keiner je
ihn wieder lachen sehen.
Er,der so redefroh
und freundlich war,
der uns umgab mit
tausend Freundlichkeiteten,
war hart geworden
in dem einen Jahr,
war wie ein fremder Mann
aus fremden Zeiten.
Und eines Abends,ach,
es war wir heut,
wir hatten ihn mit
stummen Blick gebeten,
es hatte auch
den ganzen Tag geschneit,
da war er Abends
unter uns getreten.
Auf hohen Reiterstiefeln
lag der Schnee,
er grüßte uns
in seiner kurzen Weise,
den Blick voll Milde
und mit tiefem Weh
und Mutter saß dabei
und weinte leise.
"Kinder",begann er
"dass ich nicht mehr bin,
der ich euch war in glücklicheren Tagen,
als uns noch
Licht und Liebe schien,
das will ich euch mit
wenig Worten sagen.
Wer, wenn der Feind
im Lande ist als Mann
noch etwas anderes
als den Schimpf zu rächen,
reden und schreiben
oder denken kann,
begeht am Vaterlande
ein Verbrechen.
Und ist ein Lump,
ich hoffe, ihr versteht."
Und wir verstehen.
Unsre Pulse pochen.
Dann gibt er uns die Hand
und nickt und geht,
Sein letztes Wort,
das er zu uns gesprochen.
Dann jeden Tag ging es
in die Stadt.
Oft ist er Tage,
Nächte lang geritten.
Er hat die Lauen mitgerissen, hat Unendliches geleistet
und gelitten.
Und eines Tages
brachten sie ihn -Tod.
Ein Strauß von Eicheln schmückte seine Bahre.
So hatte ihn
des Vaterlandes Not
gebrochen in der Blüte
seiner Jahre.
Doch nun erfüllt sich,
was er erstrebt:
Der große Freiheitskampf
war sein Vermächtnis
Wer so gerungen
und wer so gelebt,
der stirbt nicht,
der lebt ewig im Gedächtnis.
Nun ist' s genug.
Nun Kinder geht und schlaft und betet : Gott
behüt uns vor Gefahren!
Doch kommt es anders,
gebe er euch Kraft:
So groß zu sein,
wie eure Väter waren!"
Wer jetzig Zeiten leben will,
Muß habn ein tapfers Herze,
Es sein der argen Feind so viel,
Bereiten ihm groß Schmerze.
Da heißt es stehn ganz unverzagt
In seiner blanken Wehre,
Daß sich der Feind nicht an uns wagt,
Es geht um Gut und Ehre.
Geld nur regiert die ganze Welt,
Dazu verhilft Betrügen;
Wer sich sonst noch so redlich hält,
Muß doch bald unterliegen,
Rechtschaffen hin, rechtschaffen her,
Das sind nur alte Geigen:
Betrug, Gewalt und List vielmehr,
Klag du, man wird dir's zeigen.
Doch wie's auch kommt, das arge Spiel,
Behalt ein tapfers Herze,
Und sind der Feind auch noch so viel,
Verzage nicht im Schmerze.
Steh gottgetreulich, unverzagt,
In deiner blanken Wehre:
Wenn sich der Feind auch an uns wagt,
Es geht um Gut und Ehre!
Wenn Winterwodes wilde Jagd
voll Tosen über Felder braust,
dann hegt Frau Holles weise Magd,
was Wodes Sturm zu wild zerzaust.
Ein weißes Linnen deckt die Erde,
hüllt schützend eine junge Saat,
auf daß ein neuer Frühling werde
zu herbstlich reifer Erntemahd.
Will auch der Fenriswolf das Licht
in seiner Rachengier verschlingen,
uralter Ahnenglaube spricht:
Nie wird der Wolf das Licht bezwingen!
Denn in dem weiten Weltenraum,
hoch über dunkler Winternacht,
wächst ewiglich der Lebensbaum
bis zu der Sterne Pracht.
Ehrlich sein, heißt nicht allein, die Wahrheit preis zugeben.
Ehrlich sein, heißt nicht allein, kein Lügennetz zu weben.
Ehrlich sein, will e h r v o l l mein‘,
ein ehrlicher Mensch soll ehrbar sein.
Ein solcher, voll Ehre, in Geist und Blut,
mit Tatkraft, Würde, Pflichtsinn und Mut,
der Preisung, der Achtung, des Ansehens würdig,
-- der -- ist wahrhaft ehrlich.
Und sollten sie, die stets so taten,
Auch jetzt des Sieges Frucht verraten: –
Der Kampf war dennoch kämpfenswert.
Denn wieder einmal hat nach Jahren
Mit Furcht und Schreck die Welt erfahren,
Wie scharf es schlägt, das deutsche Schwert!
Das war ein Sieg, nicht lau und leidig,
Nein, rasch und ganz und voll und schneidig,
Dran selbst der Neid nicht mäkeln mag.
Das kam daher wie Wetterstürme
Und brach durch Schanzen, Tor und Türme
Wie Gottes Blitz und Donnerschlag.
Und als, verscheucht vom letzten Riffe,
Der Däne floh auf seine Schiffe,
Folgt' ihm die Rache bis ins Meer
Und weiter trugen schwanke Barken
Des deutschen Sieges stolze Marken
Als weiland Kaiser Ottos Speer.
Vernehmt's, ihr deutschen Namens Hasser!
Zu Lande Sieger und zu Wasser
Frohlockt die deutsche Heldenschaft:
Und doch ist tief dies Volk zerspalten: –
Nun sagt, wer mag dawider halten,
Versammelt einst es seine Kraft?
Die Welt aus ihrem Schlaf erwacht,
Wie weht so kühl der Morgenwind!
Ich hab' geträumt die ganze Nacht
Von dir, von dir, mein schönes Kind.
Nun strahlt der Morgen hell herein,
Viel Ströme brausen durch's Gefild'
Und wieder denk' ich ganz allein
An dich, an dich, mein Engelbild.
Hell Glocken schallen durch den Wind,
Ein Jauchzen rings von allen Höh'n,
Mein Herz jauchzt mit: "O süßes Kind,
Wie liebst du mich so schön, so schön!"
O Welt, schau' nicht so spöttisch drein,
Weil ich so laut und fröhlich bin,
Schau' sie nur an, die Liebste mein,
Und sieh'! ihr Anblick reißt dich hin.
Mit deinen Thälern, deinen Höh'n,
Mit deiner Waldeseinsamkeit,
Wie bist auch du so schön, so schön,
O Welt, in dieser stillen Zeit.
Wie bist du prächtig ganz und gar,
Wie glänzt dein Auge ernst und mild,
Doch wie viel schöner ist fürwahr
Mein holdes, holdes Engelbild.
O Labyrinth von Lieb und Lust,
O wunderbares Labyrinth,
Komm, bade meine heiße Brust,
Du kühler, kühler Morgenwind.
Die Fackel geht von Hand zu Hand,
Wenn einem sie der Tod entwand,
nimmt sie der nächste wieder auf;
der flammende Stafettenlauf
gibt weiter ...
Die Zeit rinnt schnell und niemand frägt,
wie lang die Fackel jeder trägt.
Nur daß sie rein und leuchtend brennt
und daß in ihr ein Herz mitbrennt,
ist wichtig.
So tragen wir, auch ich und du
die Fackel fernen Zielen zu
ein kleines Stück. Mag hell sie loh’n,
vor uns im Dunkeln warten schon
die andern!