Ich bin aus Deutschlands Mitte, dort, wo die Eichen stehen,
Wo die Fluren sich dehnen, wo die Felder sich weiten,
Dort bin ich geboren, dort will ich auch sterben,
Denn dort ist meine Heimat, dort ist mein Sein und Bleiben.
Jahr: 1860
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Ich bin aus Deutschlands Mitte, dort, wo die Eichen stehen,
Wo die Fluren sich dehnen, wo die Felder sich weiten,
Dort bin ich geboren, dort will ich auch sterben,
Denn dort ist meine Heimat, dort ist mein Sein und Bleiben.
Ich sah den Wald im Sonnenglanz,
Vom Abendrot beleuchtet,
Belebt von düstrer Nebel Tanz,
Vom Morgentau befeuchtet:
Stets blieb er ernst, stets blieb er schön,
Und stets mußt' ich ihn lieben.
Die Freud' an ihm bleibt mir besteh'n,
Die andern all zerstieben.
Ich sah den Wald im Sturmgebraus,
Vom Winter tief umnachtet,
Die Tannen sein in wirrem Graus,
Vom Nord dahingeschlachtet;
Und lieben mußt' ich ihn noch mehr,
Ihn meiden könnt' ich nimmer.
Schön ist er, düsterschön und hehr,
Und Heimat bleibt er immer.
Ich sah mit hellen Augen ihn,
Und auch mit tränenvollen;
Bald sänftigt' er mein Grollen.
In Sommersglut, in Winterfrost, –
Konnt' er mir mehr nicht geben, –
So gab er meinem Herzen Trost;
Und drum: Mein Wald, mein Leben!
Zivilisation ist Zwang,
Kultur ist Freiheit!
Du stehst als Herr vor deiner Felder Saaten
Und hegst dir züchtend Wald und edles Wild.
Du prägst als Staatsmann der Geschichte Daten,
Schaffst edle Kunst in Weise, Wort und Bild.
Du baust genial Maschinen und Motoren
Und meisterst Wirklichkeit und Theorie –
Nur hast du den Instinkt für dich verloren,
Den Samen deiner selbst bedenkst du nie.
Wo sind sie, die nach deines Todes Jahren
Die Saiten deiner Energie erneu`n,
Wo sind die Frauen, die dir Acker waren,
Für ebenbürt`ge Enkel Saat zu streue`n?
Gewiß, dein Hengst hat hundert gute Söhne,
Du bestens zwei, die bald ein Krieg dir nimmt.
So löscht dein Tod auch deines Blutes Töne,
Indes der Knechte Brut dein Reich bestimmt!
Es steht dem Menschen nicht frei, ob er sein Vaterland lieben will oder nicht.
Vaterlandsliebe ist keine Nützlichkeitserwägung, sondern eine Pflicht.
Vaterlandsliebe ist auch kein bloßes Gefühl, sondern Willenstugend, freie, bewußte Hingabe an das Land der Väter.
Vaterlandsliebe bedeutet: sich freuen an der Blüte des Wohlergehens.
Vaterlandsliebe bedeutet ferner Treue.
Wer die Treue bricht, ist ein Verräter.
Wahre Treue bewährt sich, wenn Leid und Not über das Vaterland kommen!
Mein Vertrauen in die Zukunft beruht auf der Stellung,
welche die deutsche Frau und Mutter eingenommen hat!
Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen.
Die schönsten Worte, die ich kenne, lauten:
Kosmos (in seiner ursprünglichen Bedeutung von Schönheit, Harmonie, Ordnung und jetzt auch Weltall),
Geborgenheit, Liebe, Volksgemeinschaft, wahre Freundschaft, Mitgefühl, Herzlichkeit, Mutter und Harmonie!
In der Idee leben heißt,
das Unmögliche behandeln,
als wenn es möglich wäre!
Was immer Du tun und erträumen kannst,
du kannst damit beginnen.
Im Mut liegen Schöpferkraft, Stärke und Zauber!
Du sinnst und sinnst und weißt nicht, wie
das alles werden soll.
Und du erkennst, es war noch nie
die Welt so schmerzensvoll,
So rätselhaft, verwirrt und schwer.
Was nützt der Zirkel in der Hand?
Es gilt nicht Maß noch Klarheit mehr:
In Trümmern liegt das Vaterland.
Das Reich, ein Wunsch, ein Traum, ist weit.
Nur über uns der Regenbogen
hat, Hoffnungsruf, sich hingezogen
ins Herz der deutschen Einsamkeit!
Eine Regierung muß sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß ihres Volkes stammt. Es ist gerecht, daß jeder einzelne dazu beiträgt, die Ausgaben des Staates tragen zu helfen. Aber es ist nicht gerecht, daß er die Hälfte seines jährlichen Einkommens mit dem Staate teilen muß.
Das Schöne ist eine Manifestation geheimer Naturgesetze, die uns ohne dessen Erscheinung ewig wären verborgen geblieben.
Hagen's Abschied (Gedichtvortrag)
Gebe, o Jupiter,
daß die Deutschen ihre Kräfte erkennen und ihren Fleiß auf höhere Dinge richten, dann werden sie nicht mehr Menschen,
sondern Götter sein!
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd er in Ketten geboren,
Laßt euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Nicht den Mißbrauch rasender Toren.
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht.
Ein Staat gleicht einem Handelshause;
hat er den Kredit verloren, so ist er seinem Falle nahe!
Das Verwachsen mit der Scholle
ist ein Grundzug deutschen Charakters
und eine Wurzel seiner Kraft!
Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden... sondern durch Eisen und Blut!
Besiegt sind wir;
ob wir nun zugleich auch verachtet und mit Recht verachtet sein wollen,
ob wir zu allen anderen Verlusten auch noch die Ehre verlieren wollen,
das wird noch immer von uns abhängen!
Er stand im freien Norden
auf hohem Hilligland
Das Schwert an seiner Seite,
das Horn in seiner Hand.
Die Nordsee tobt, er spürt es kaum.
Sie war ihm stehts sein Freund
der mit des Ufers langen Saum
die Völkerstämme eint.
Ein freier Mann lebt hier im Norden
Doch nun bedroht der Römerknecht
Im Sachsenland mit Völkermorden
des Urgermanen heilig Recht.
Jetzt drückt man uns des Kreuzes Folter
auf unser einst so stolzes Haupt!
Die Irminsul, das heilige Zeichen
man hat es schamlos uns geraubt.
Laut tönt das Horn von Land zu Lande
Von Hilligland zum Alsensund.
Vom Elbstrom bis zum Ostseestrande
und tut es allen Stämmen kund.
Der Heilig Krieg hat nun begonnen
und endet tausend Jahre nicht!
Bis wir das Recht zurückgewonnen –
der alten Freiheit golden Licht.
Die Deutschen haben endlich genug daran,
immer von neuem hören zu müssen,
daß sie an dem Leid in der Welt die alleinige Schuld trügen.
Und wenn Natur dich unterweist,
dann geht die Seelenkraft dir auf!
In den grünen Zweigen wiegen
Rauschend sich die Morgenwinde,
Neu erwachten Lebens Kunde
Schwingt sich durch den Wald geschwinde.
Einer Buche narbige Rinde
Weist – gar zierlich ausgeschnitten –
Eines Herzens flammend Zeichen
Und zwei Namen in der Mitten.
Ach! Wer dieses eingeschnitten;
Seinen und des Liebchens Namen –
Ach! Wie steht`s heut mit den beiden,
Die hier einst zusammenkamen?
Eine deutsche Frau,
die ihren Kinderwagen vor sich herschiebt,
hat das Recht,
zum Sieger von Sedan und zum Dichter des Faust zu sagen:
Bitte gehen sie mir aus dem Wege!
Ich bin aus Deutschlands Mitte, doch mein Herz, es schlägt für dich, du Heimatland, du stilles Glück, wo meine Wiege stand. Die Felder, die so grün sich dehnen, die Wälder, die so dunkel sind, sie alle sind mir wohlbekannt, sie sind mein Vaterland. Die Dörfer, die so friedlich liegen, die Städte, die so stolz sich recken, sie alle sind mir lieb und teuer, sie sind mein deutsches Reich. Und wenn ich auch in ferne Länder zieh, mein Herz bleibt hier, bei dir, mein Heimatland, mein stilles Glück, wo meine Wiege stand.
Unser Volk wird gewißlich nicht untergehen;
denn in ihm lebt ein unverwüstlicher Kern geistiger Wiederherstellungskraft!
Was verkürzt die Zeit?
Tätigkeit!
Was macht sie unerträglich lang?
Müßiggang!
Was bring in Schulden?
Harren und Dulden
Was macht gewinnen?
Nicht lange besinnen!
Was bring zu Ehren?
Sich wehren!
Ich würde Jahrtausende lang
die Sterne durchwandern,
in alle Formen mich kleiden,
in alle Sprachen des Lebens,
um dir einmal
wieder zu begegnen.
Es war, als hätt' der Himmel die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müßt'. Die Lüfte, die lauschten, die Winde, sie ruhten leis', Und die Wipfel der Bäume, sie neigten sich zum Kreis.
Freiheit, du Waldesvogel,
Was fliegst du so hoch ein her?
"Ich fliehe das Tal der Satten,
Wo die Tische voll und schwer,
Wo die Menschen behäbig schlafen, auf Lagern von dumpfer Schmach,
Ich fliehe das Tal der Knechte,
Einem Liede eile ich nach."
Freiheit, du Waldesvogel,
Sag an, wie klingt das Lied?
Es klingt aus ewigen Höhen,
Der deutschen Seele Lied!
Es stieg aus den Todesäckern,
Es wuchs aus blutendem Mund,
O wie siegend blühte die Weise
Aus der Kämpfe zerwühltem Grund!
Wo immer ein Volk das Leben
Um Höheres opfernd gibt,
Wo immer ein Mensch den Menschen Mehr als sich selber liebt,
Wo ein Geist im stolzen Fluge
Sich dem Golde der Knechtschaft entwand,
Da klingt das Lied der Freiheit,
In des Ewigen reinem Land!
Wohin die Entdeutschung uns geführt hat, das haben wir erfahren und empfinden es noch.
Jetzt ist es Zeit, ernstlich zu trachten, daß wir ganz wieder Deutsche werden, um mit der Gesinnung uns die Macht zu erhalten, Deutsche zu bleiben!
Sollst fühlen lernen:
das, was dein Vaterland ehrt, ehrt auch dich;
das, was dem Vaterlande dient, dient auch dir;
das, was dem Vaterlande nützt, nützt auch dir;
das, was dem Vaterlande not tut, tut auch dir not;
worauf dein Vaterland stolz ist, wird auch dich stolz machen!
Tief, so tief aus Gaias Grund
Entspringt versteckt in tiefstem Wald
Ein Born, so klar und urgesund
Und schwillt zu einem Bächlein bald
Wo kommt es her, wo geht es hin
beim schauen dieses frischen Quells
Unendlichkeit strömt in den Sinn
Und träumt durch Sand, Geröll und Fels
Man fragt sich, welchen Weg es nahm
Und welchen Weg es gehen möcht'
Mal ist es wild, dann wieder zahm
Bahnt seinen Weg durch's Moosgeflecht
Denn wie kein and'res Elixir
So wandelbar und immer gleich
Kennt keine Angst noch Bang und Zier
fließt sorglos hin durch's Erdenreich
Schon taucht die Hand in's kühle Nass
Zu nehmen einen frischen Trank
Der Wand'rer füllt ein ganzes Glas
als dankbar er gen Boden sank
Das Wasser sprach, "Ich tat es gern,
ich bin der Trank für Mensch und Tier.
Und auch für dich, kamst du auch fern,
Was gibst du mir zum Dank dafür?"
"Was kann das Wasser woll'n von mir?"
Der müde Recke dacht' bei sich
"Ich gebe ein Versprechen Dir,
Ich pfleg' und halte sauber dich!"
"Ich weiß, von allen großen Gaben,
die Allvater an uns all gesandt
vom Wasser kann ich stets mich laben
und eine Sünd', wenn es verkannt."
Das Wasser sprach: "Ich danke dir,
mein edler Auftrag ist's zu fließen
als Bächlein, See und Regenguss
die ganze Erde zu begießen."
Ein Mensch, der diesen Trunk getan,
vom frischen Nass aus tiefem Grund
Er braucht das Wasser- es nicht ihn
Vernunftgemäß aus seinem Mund
er deshalb all sein Handeln richt'
Natur zu achten immerdar
Geht nur mit Wasser, ohne nicht
Das Bächlein nun zufrieden war
Alles kann man umgestalten!
Mag das dunkle Schicksal walten.
Mutig! Auf der steilsten Bahn.
Trau dem Glücke! Trau den Göttern!
Steig trotz Wogen, Wind und Wettern,
Kühn, wie Freyr , in den Kahn.
Laß den Schwächling angstvoll zagen!
Wer um Hohes kämpft, muß wagen,
Leben gilt es oder Tod!
Laß die Woge donnernd branden:
Nur bleib immer, magst du landen
Oder scheitern, selbst Pilot!
In kühlem Waldesdunkel entspringt ein klarer Quell,
Aus seinen Fluten funkelt,
das Sonnenlicht so hell.
Moos umschäumt die Wurzeln und ein himmelblaues Band:
Vergißmeinnicht umkränzet seinen Lauf
durchs grüne Land.
Im Schatten tiefer Zweige
ruht kühl und grau der Stein.
Die Runen versunkener Jahre gruben tief im Fels sich ein.
Ein Kranz von Wiesenblumen welket müd‘
an seinem Fuß:
von einem stillen Wand’rer
an die Götter einen Gruß.
Manch mächt’ge Baumessäule
ragt goldumglänzt ins Licht,
das sich blitzend
in tausenden Funken
an den grünen Blättern bricht.
Und der Sturmwind wird gebändigt
von der starken Kronen Macht.
Die mit tiefem,
schwerem Rauschen
diese Herrlichkeit bedacht.
Fernab der Menschenwogen, in der stillen Einsamkeit,
Schweigt das wilde Großstadttoben,
dringt kein Laut
der neuen Zeit.
Hier singt heimlich
nur ein Vogel,
summt ein Bienchen,
rauscht der Wind:
Schaukeln leise Fingerhüte und ein Zauber
webt und spinnt.
Waldesschönheit,
süße Stille,
grüner Tempel,
heil’ger Hain,
Lockst mit deiner
saftigen Fülle,
wundes Herz zu dir hinein.
Von deinem heil’gen Zauber, hab’ ich einen Hauch verspürt:
O, du götterumwallte Stätte, hast die Seele mir tief berührt!
Niemand weiß,
wie weit seine Kräfte gehen…
- bis er sie versucht hat!
Wenn wir zusammenhalten, werden wir den Teufel aus der Hölle schlagen!
Zu Mantua in Banden der treue Hofer war
in Mantua zum Tode führt' ihn der Feinde Schar;
es blutete der Brüder Herz,
ganz Deutschland, ach in Schmach und Schmerz!
Mit ihm das Land Tirol; mit ihm das Land Tirol!
Mit ihm das Land Tirol, mit ihm das Land Tirol!
Die Hände auf den Rücken, Andreas Hofer ging
mit ruhig festen Schritten, ihm schien der Tod gering.
Der Tod, den er so manchesmal
vom Iselberg geschickt ins Tal
im heilgen Land Tirol.
Doch als aus Kerkers Gittern, im festen Mantua
die treuen Waffenbrüder die Hand er strecken sah,
da rief er laut: "Gott sei mit euch,
mit dem verratnen deutschen Reich,
und mit dem Land Tirol."
Dem Tambour will der Wirbel nicht unterm Schlegel vor
als nun Andreas Hofer schritt durch das finstre Tor.
Andreas, noch in Banden frei,
dort stand er fest auf der Bastei,
der Mann vom Land Tirol.
Dort soll er niederknien; er sprach: "Das tut ich nicht
will sterben, wie ich stehe, will sterben wie ich stritt,
wo wie ich steh auf dieser Schanz'.
Es leb mein guter Kaiser Franz,
mit ihm sein Land Tirol."
Und von der Hand die Binde nimmt ihm der Korporal,
Andreas Hofer betet allhier zum letztenmal;
dann ruft er: "Nun so trefft mich recht!
Gebt Feuer! - Ach, wie schießt ihr schlecht!
Ade, mein Land Tirol!"
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss!
Nicht wo du die Bäume kennst -
Wo die Bäume dich kennen,
ist deine Heimat!
Wie eine weiße Gestalt,
klar und mächtig anzuseh‘n,
stehst du gleich hinter dem Wald,
als würdest du alles versteh’n.
Ausgehöhlte Steine liegen
zu deinen Füßen am Strand,
sie sprechen und schmiegen
sich ans kurvenreiche Küstenband.
Auf‘s offene Meer hinaus, ganz weit,
geht dein Blick und dein Ahnen.
An unser ewiges Werden in der Zeit
willst du alle mahnen.
Dein Ohr lauscht dem Wind -
der Erde Atem bewegt die Wellen,
wenn wir dafür offen sind,
wird sich dein Geist zu uns gesellen.
Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm,
Der Regen durchrauschte die Straßen.
Und durch die Glocken und durch den Sturm,
Gellte des Urhorns blasen.
Das Büffelhorn, das so lang geruht,
Veit Stoßperg nahm's aus der Lade.
Das alte Horn, es brüllte nach Blut
Und wimmerte: Gott genade!
Ja, gnade dir Gott, du Ritterschaft!
Der Bauer stund auf im Lande,
Und tausendjährige Bauernkraft
Macht Schild und Schärpe zu Schande.
Die Klingsburg hoch am Berge lag,
Sie zogen hinauf in Waffen,
Auframmte der Schmied mit einem Schlag
Das Tor, das er fronend geschaffen.
Dem Ritter fuhr ein Schlag ins Gesicht,
Ein Spaten ihm zwischen die Rippen,
Er brachte das Schwert aus der Scheide nicht
Und nicht den Fluch von den Lippen.
Aufrauschte die Flamme mit aller Kraft
Brach Balken, Bogen und Bande,
Ja, gnade dir Gott, du Ritterschaft:
Der Bauer stund auf im Lande!
Sie trugen in ihren Seelen der besseren Zukunft Traum; da hatte kein eigenes Wollen, kein eigenes Leid mehr Raum.
Sie sahen ein Volk von Brüdern,
geeinigt und heldisch und frei;
da mochten sie nicht mehr fragen,
ob sterben bitter sei.
Sie gaben ihr junges Leben und wollten nicht rückwärts sehn; ihr letzter Herzschlag glühte: Deutschland, Deutschland muß bestehn.
Wichtiger als alles, was jetzt die Welt mit Lärm erfüllt, wäre das eine:
Das Volk wieder zum Guten und Schönen, zur Treue und Tüchtigkeit, zu Heimat und Vaterland zu erwecken!
Die Winde gehn ums kleine Jägerhaus,
die Wälder rauschen in die Nacht hinaus.
Da drinnen schimmert warmes Lampenlicht,-
ein stilles Stübchen, traulich eng und schlicht.
Geweih und Rehgehörn als Schmuck der Wand,
ein Falke drüber, der die Flügel spannt.
So still, so stille, - nur die Wanduhr tickt
und vom Kamin der rote Glutschein zückt.
Bisweilen schlägt im Schlaf der Jagdhund an,
er träumt vom Pürschgang wohl im freien Tann!
Der Jäger sitzt und pafft sein Pfeifchen stumm,
der Rauch blaut nebelnd neben im Gemach herum.
Die blonde Frau lehnt still im Stuhl zurück
und schaut ins Licht mit weitverträumtem Blick.
Sie hebt den Kopf nur lauschend dann und wann -
weint nicht ihr Kindchen nebenan?
Doch nur die Wanduhr sagt ihr leis Ticktick:
es geht - die Zeit - halt fest - halt fest - das Glück!
Und nur die Winde gehn ums Jägerhaus,
die Wälder rauschen in die Nacht hinaus!
Ehre der Arbeit
Wer den wucht'gen Hammer schwingt;
Wer im Felde mäht die Ähren;
Wer ins Mark der Erde dringt,
Weib und Kinder zu ernähren;
Wer stroman den Nachen zieht;
Wer bei Woll' und Werg und Flachse
Hinterm Webestuhl sich müht,
Daß sein blonder Junge wachse: –
Jedem Ehre, jedem Preis!
Ehre jeder Hand voll Schwielen!
Ehre jedem Tropfen Schweiß,
Der in Hütten fällt und Mühlen!
Ehre jeder nassen Stirn
Hinterm Pfluge! – Doch auch dessen,
Der mit Schädel und mit Hirn
Hungernd pflügt, sei nicht vergessen!
Geh! gehorche meinem Winken,
nutze deine jungen Tage,
lerne zeitig klüger sein:
Auf des Glückes großer Waage
steht die Zunge selten ein;
du mußt steigen oder sinken,
du mußt herrschen und gewinnen
oder dienen und verlieren,
leiden oder triumphieren,
Amboß oder Hammer sein!
In den Körperkerker verbannt,
auf begrenzte, doch unbekannte Zeit,
in des Hauses Schranken verlangt
unbändig nach grenzenloser Freiheit
der Geist, der seinen Ur-Grund erkannt,
im a l l - e i n e n Raum der Ewigkeit.
Um die Unsterblichkeit zu gewinnen, muss man gesunde Kinder haben
oder
durch seine Taten im Gedächtnis der Besten fortleben!