Nun liegt von Primeln ein bunter Kranz
über den Hängen und Triften,
nun lischt der siegende Morgenglanz
der Sorge zitternde Schriften.
Der Tauwind fliegt über Kluft und Höhn
auf veilchenduftigen Schwingen,
der weiße Wildbach, geküßt vom Fön,
tollt talwärts in tollen Sprüngen.
Nun wandert im Siebenmeilenschritt
der Frühling über die Fluren,
und heimlich hastet die Sehnsucht mit
auf knospenden Springaufspuren.
Viel Träume flattern durchs Frühlingsland
auf tauwindduftigen Schwingen --
vom Südmeer schwingt sich zum Nordseestrand
ein tiefes, tönendes Klingen.
Frau Sonne schaut aus dem Wolkentor
und strählt sich die blonden Locken,
da braust und dröhnt es -- ein Welltallchor --
der Weckruf der Osterglocken!
Die Hoffnung fiedelt am Weg zum Tanz,
einsingend Not und Beschwerden. -- --
Nun liegt von Primeln ein bunter Kranz
glückleuchtend über der Erden!
Deutsche Dichter & Denker
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