Deutsche Dichter & Denker

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Gedanken zu Immanuel Kant

Gedanken zu Immanuel Kant

Wer gab uns Augen, Glück und Leid zu sehn
Und die Vernunft, den rechten Weg zu gehn?
Woher die Zaubermelodien der Nachtigallen,
Die uns in Maiennächten in die Träume fallen?

Wer läßt Lilien unterm Sonnenstrahl erblühn
Und den kalten Winter vor dem Frühling fliehn?
Wer kennt der Himmelslichter übergroße Zahl
Und der Gestirne Lauf im Weltenall?

Seht doch, wie alles klein beginnt und endet,
Wie der helle Morgen sich zum Abend wendet,
Die wilden Meere zu vertrauten Ufern fliehn,
Und schwere Wolken mit den Stürmen ziehn.

Alles ist ein stetes Werden und Vergehn,
Was der Zeit gehört, wird der Wind verwehn.
Wir können nicht mehr sein, als uns gegeben,
Von jeher vorbestimmt für alles Erdenleben.
Es trügt der Schein, der eitle Narren macht.
Wir sind nur blinde Wanderer in der Nacht!


Jahr: 2024