Nicht selten ersetzen Missbrauch am Brauchtum die überlieferte Tradition.
Bräuche wurden und werden zumeist durch Feste im Jahreskreislauf vorgegeben.
Fastnacht, Ostara, Sonnwendfeuer, Erntedank und das Julfest, um nur wenige zu nennen, waren Hochfeste unseres Volkes.
Hinzu kommen familiäre Anlässe wie die Geburt eines Kindes, die Jugendleite, Hochzeit oder der Tod eines Sippenangehörigen.
Ebenso der Hausbau, Namengebungsfeste und persönliche Besuche liefern Anlässe genug.
Nachbarn, Handwerker, Vereine, Jugendbünde oder Bruderschaften treten oftmals geschlossen als Brauchtumsträger auf.
Auch heutzutage üben ganze Dorfgemeinschaften mancherorts noch einen Brauch aus.
Eine Handlung im Brauchtum wurde oder wird vollzogen, weil es immer so war.
Bräuche wurden übernommen und so weitergepflegt wie es die Vorväter vorgemacht haben.
Alles hatte seinen Sinn in unserer Umgebung und die Notwendigkeit der Brauchtumspflege, als Kulturbewahrer, wurde erkannt und bewahrt.
Heutzutage jedoch, kann man bei vielen überlieferten Brauchtumsfeiern oft nicht mehr erklären, woher der Brauch eigentlich herkommt, oder was er wirklich dahintersteckt.
Tänze um das Sonnwendfeuer, volkstümliche Umzüge oder das Maibaumstellen – kaum ein Jugendlicher weiß noch, wo der Ursprung liegt.
In der heutigen Zeit des kulturellen Niederganges und der gewollten Zerstörung der Natürlichkeit unserer Volksgemeinschaft, ist es schwer, Bräuche zu erklären und zu begründen.
Gebäck für besinnliche Stunden und gefärbte Ostereier, gibt es im Einkaufsladen.
Sich die Zeit zu nehmen, um selber Plätzchen zu backen, Ostereier einzufärben und zu bemalen, der Sinn zum gemeinschaftlichen Handeln und Wohlbefinden, scheint für immer verloren gegangen zu sein.
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